Namen & Neues

Schwimmbecken gibt's nur drinnen

Veröffentlicht am 04.12.2018 von Sigrid Kneist

Für das geplante Multifunktionsbad in Mariendorf läuft derzeit das Beteiligungsverfahren. Auf dem Gelände des derzeitigen Kombibades am Ankogelweg soll das moderne Bad entstehen. Die Pläne liegen aus, das Vorhaben kann kommentiert werden. Seit Jahren wird darauf gewartet, dass die Arbeiten losgehen. Der Bezirk war jedoch der Auffassung, dass erst ein Bebauungsplan erstellt werden muss. Das dauert seine Zeit. Die Bäderbetriebe waren ursprünglich davon ausgegangen, dass dies nicht notwendig sei, da an der Stelle bereits ein Bad steht.

Nach den derzeitigen Plänen wird auf ein Freibad beinahe komplett verzichtet. Statt der derzeitigen beiden großen Becken, soll es lediglich ein kleines geben. Daran entzündet sich die meiste Kritik von Schwimmern und Anwohnern. Dies wurde bereits bei einer Informationsveranstaltung im Oktober deutlich. Nicht nur die Bürger sprechen sich für Außenbecken aus, auch der Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Für Schwimmbloggerin Bianca Tchinda ist dies durchaus ein Grund, den Planungen zu widersprechen. Dass mit dem Sommerbad an der Rixdorfer Straße in der Region ein Freibad zur Verfügung stehe, sei nicht ausreichend.

Laut Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe, stammt der Verzicht auf ein großes Außenbecken noch aus der Zeit, als die Bäderbetriebe den Neubau am Standort Rixdorfer Straße planten, da dort die Anbindung an die U-Bahn besser sei und auch der Lärmschutz eher gewährleistet werden könne. Der Rixdorfer Straße, angrenzend an den Volkspark Mariendorf, bot nämlich nicht genügend Platz für eine neue Halle und umfangreiche Außenanlagen. Aber sowohl die Bäderbetriebe als auch die politisch Verantwortlichen wollten inzwischen am Ankogelweg ein Außenbecken, sagt Oloew. Dafür müssten ein neues Lärmgutachten eingeholt und neue Mittel aus dem Siwana-Fonds (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds) beantragt werden.

Man wolle dann bei den neuen Planungen gerne zumindest die Betonwanne von einem der bisherigen 50-Meter-Becken erhalten, um ein Außenbad zu ermöglichen. Damit könnten die zusätzlichen Kosten vergleichsweise niedrig gehalten werden. Derzeit sind rund 30 Millionen Euro an Baukosten für das Multifunktionsbad geplant. Für ein Außenbecken würden nach Angaben der Bäderbetriebe weitere Kosten in Höhe eines niedrigen siebenstelligen Betrag entstehen.

Zeitlich rechnet Oloew damit, dass das Bebauungsplanverfahren insgesamt zweieinhalb bis drei Jahre dauert, die Bauzeit zudem rund zwei Jahre betrage, so dass das Multifunktionsbad 2024 eröffnet werden könne.

Die Pläne liegen bis zum 18. Dezember aus. Rathaus Schöneberg, Fachbereich Stadtplanung, Raum 3047.

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