Namen & Neues

Beharrungskräfte, 1: Potse bleibt

Veröffentlicht am 08.01.2019 von Sigrid Kneist

Über kaum ein anderes Thema hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im vergangenen Jahr so lange und kontrovers diskutiert wie über die Zukunft von Potse und Drugstore, den beiden autonomen Jugendzentren in Schöneberg. Und nachdem sich die Potse am Silvestertag geweigert hat, ihre Räume zu verlassen, solange es keinen in ihren Augen adäquaten Ersatz gibt, wird sich das zunächst auch nicht ändern. Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) wurde einigermaßen kalt erwischt; er hatte zuvor den Eindruck gehabt, dass das Potse-Kollektiv die angebotenen Räume der Gewobag erst einmal akzeptiert hätte. Mit der Maßgabe, dass noch ein Veranstaltungsort für Konzerte gefunden wird.

Im Gespräch ist jetzt der ehemalige Flughafen Tempelhof: Am vergangenen Freitag besichtigte Schworck gemeinsam mit Vertretern der beiden Kollektive Räume, die in Frage kommen können. Einerseits soll es dort in den Hangars die Möglichkeit geben, an bestimmten Terminen im Monat Punkkonzerte zu veranstalten, für die die Potse bekannt ist. Darüber hinaus könnte das Kollektiv aber auch einen rund 200 Quadratmeter großen Raum für die alleinige Nutzung erhalten. Laut Schworck wollen Potse und Drugstore am heutigen Dienstag darüber beraten, ob dieses Angebot in Frage kommt.

Auf der Tagesordnung der BVV in der kommenden Woche steht das Thema bereits wieder. Die CDU stellt eine Große Anfrage. Starke Kritik am Jugendstadtrat kommt seitens der FDP. Die Liberalen fordern, Schworck, den sie für überfordert halten, von einem Teil seiner Aufgaben zu befreien. Übrigens war es der FDP-Fraktionsvorsitzende Reinhard Frede, der in der BVV im November den Flughafen Tempelhof ins Gespräch brachte: Da würden die Konzerte doch niemanden stören. Der Vorschlag stieß damals auf keine Resonanz. Zumindest nicht in der Sitzung. Aber vielleicht setzte er Denkprozesse frei.

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