Namen & Neues

Als Eltern in der BVV

Veröffentlicht am 22.01.2019 von Sigrid Kneist

Politiker wünschen sich familienfreundlichere Sitzungszeiten. Die Grünenfraktion kritisiert die fehlende Unterstützung für Bezirksverordnete und Bürgerdeputierte mit betreuungsbedürftigen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen. Unberechenbare Sitzungszeiten, die bis spät in den Abend gehen können (die BVV gerade letzte Woche ging bis nach 22 Uhr) seien nicht nur eine Belastung für Eltern und Familien, ferner seien diese auch stark benachteiligt, da weder Angebote für eine Kinderbetreuung existieren, noch Kosten dafür übernommen würden. Aferdita Suka (Grüne) sagt: „Manche haben nicht die Zeit, manche haben nicht das Geld und manche haben weder Zeit noch Geld“. Suka spricht von veralteten Strukturen, „die wir nicht geschaffen haben, sondern aus vergangenen Zeiten übernommen haben“. Laut dem Antrag der Grünen soll nun geprüft werden, unter welchen Voraussetzungen eine Kinderbetreuung möglich ist, ob eigene Mittel zu dem Zweck bereitgestellt werden können und ob es eine Kostenübernahme für Betreuung geben könne.

Die FDP-Bezirksverordnete Dagmar Lipper nannte das Ansinnen unglücklich. Die Bezirksverordneten seien damit keine Vorbilder: „Was denken die Mitarbeiter hier von uns?“ Für diese gebe es schließlich auch keine besondere Kinderbetreuung oder Kostenübernahme. Der Antrag wurde in den Geschäftsordnungsausschuss überwiesen, ebenso wie ein weiterer Antrag der Grünen, die Bezirksverordnetenversammlung durch eine Straffung der Tagesordnung und Redezeitbegrenzung familienfreundlicher zu gestalten.

  • Diesen Text haben wir dem neuen Newsletter für Tempelhof-Schöneberg entnommen. Den können Sie kostenlos – wie alle anderen „Leute“-Newsletter aus den anderen 11 Bezirken auch – bestellen unter https://leute.tagesspiegel.de/
  • So viel Geld bekommen die Bezirksverordneten aus der BVV übrigens für die Arbeit im Rathaus. Hier der Kassensturz.

 

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