Namen & Neues

Gedenken an die homosexuellen Opfer der Nazis

Veröffentlicht am 05.02.2019 von Sigrid Kneist

Der 27. Januar ist der internationale Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit. Im Bundestag gibt es aus diesem Anlass stets eine Gedenkstunde. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak hat sich jetzt an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gewandt, um auch den verfolgten, entwürdigten und ermordeten Homosexuellen ein ehrendes Andenken zu bewahren. In einem Brief schlägt er vor, auch die unter dem NS-Regime verfolgten Homosexuellen, die sogenannten Rosa-Winkel-Häftlinge, im Rahmen einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestages in besonderer Weise hervorzuheben. Der Historiker Lutz van Dijk hatte eine Petition für ein solches Gedenken initiiert, gerne am 27. Januar 2021. 116 Unterzeichner*innen hat die Petition schon. Schäuble vertröste: Er würde sich frühestens 2020 dazu äußern.

Luczak sagt: „In der Vergangenheit wurde in der Gedenkstunde im Bundestag auch einzelner Opfergruppen gedacht, die neben den unzähligen Opfern jüdischen Glaubens aufgrund anderer Umstände von den Nationalsozialisten verfolgt und ausgegrenzt wurden.“ Nur homosexuellen Opfern noch nicht.

Ein würdiges Gedenken an die von den Nazis verfolgten Homosexuellen sei überfällig. „Viele der Überlebenden dieser Opfergruppe mussten nach dem Untergang der NS-Diktatur um die Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus kämpfen und waren häufig auch weiterhin staatlichen Repressionen ausgesetzt“, sagte Luczak.

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