Namen & Neues

Immer wieder Potse

Veröffentlicht am 12.02.2019 von Sigrid Kneist

Es gibt noch immer keine Lösung für das autonome Jugendzentrum Potse, das einen neuen Standort für Konzerte sucht. Bei einem Termin im alten Flughafengebäude Tempelhof war laut Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) klar, dass es dort keine kurzfristige Lösung geben könne. In jedem Falle seien Umbauarbeiten notwendig. Man bemühe sich weiter, Räume für Bandproben und Konzerte zu finden. Ziemlich sicher sei, dass es solche Räumlichkeiten wie bisher in einem Gebäude nicht geben werde; es werde wohl immer auf mehrere Standorte hinauslaufen. „Wir legen die Hände nicht in den Schoß“, sagte Schworck.

Eigentlich hatten die Jugendzentren Potse und Drugstore Ende des vergangenen Jahres ihre bisherigen Räume an der Potsdamer Straße räumen sollen. Aber nur Drugstore zog aus. Die Aktivisten der Potse blieben in den Räumen, da das Ausweichquartier der Gewobag – ebenfalls an der Potsdamer Straße – nur eine leise Nutzung zulässt, aber keine Möglichkeiten für Konzerte. Seitdem halten Vertreter des Potse-Kollektivs die Räume weiter besetzt.

Die Gewobag-Räume müssten zudem ebenfalls umgebaut werden. Noch finden keine Umbauarbeiten statt, weil unklar ist, ob Potse und/oder Drugstore sie jemals nutzen wollen. Niemandem sei an einer Eskalation durch ein Räumung gelegen, sagt Schworck. Aber auf unbestimmte Zeit könne man den derzeitigen Zustand nicht aufrechterhalten. Der Eigentümer habe bisher keine Rechnung dafür gestellt, dass die Potse-Räume weiter benutzt werden. Irgendwann werde es Forderungen geben, vermutet Schworck, die sich dann mindestens auf die Höhe der früheren Miete – ein knapp fünfstelliger Betrag pro Monat – belaufen wird. Das Bezirksamt widerspricht nach Schworcks Angaben wöchentlich der Nutzung durch die Potse. Nur so könne man sich dann später, falls es nötig werde, um einen gerichtlichen Titel bemühen.

Die beiden Kollektive halten daran fest, dass sie am liebsten ein Gebäude der landeseigenenen Immobiliengesellschaft BIM in der Potsdamer Straße 140 nutzen wollen. Aber für das Haus hat der Finanzsenator andere Pläne. Schworck sieht diesbezüglich auch keine Möglichkeiten. In der BVV in der kommenden Woche wird – wie im vergangenen Jahr so oft – das Thema Potse wieder auf der Tagesordnung stehen.

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