Namen & Neues

Geld gespart, aber Stellen nicht besetzt

Veröffentlicht am 02.04.2019 von Sigrid Kneist

Im vergangenen Jahr haben die zwölf Bezirke mit einem Überschuss von 66,8 Millionen Euro abgeschlossen, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch mitteilte. Rechnet man hinzu, was in den letzten Jahren angespart wurde, ergibt sich ein Guthaben von 232,2 Millionen Euro, das für Projekte in den Kiezen verfügbar ist. Ein Grund zur Freude sei das nur bedingt, schreibt mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach. Denn die Bezirke bilanzieren vor allem deshalb schwarze Zahlen, weil sie ihre Personalbudgets nicht ausschöpfen. Fast jede elfte Stelle ist unbesetzt. Zu den Bezirken, in denen besonders viele Mitarbeiter fehlen, gehört Tempelhof-Schöneberg. Hier waren laut einer Statistik der Senatsfinanzverwaltung im Oktober letzten Jahres 12,4 Prozent der Stellen nicht besetzt.

Wie viele Mitarbeiter werden denn gebraucht? Das habe ich Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) gefragt. Ihre Antwort, basierend auf Daten von Mitte Januar:  196 Stellen sind nicht besetzt.  Aufgeschlüsselt nach den Ämtern heißt das: Im Gesundheitsamt fehlen elf Mitarbeiter (Ärzte, Zahnärzte, medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten); im Ordnungsamt zwei Gesundheitsaufseher; im Jugend-, Sozial-, Gesundheitsamt fehlen 25 Mitarbeiter für den Sozial- und Erziehungsdienst. Im Stadtentwicklungsamt sind 20 Stellen offen (technische Beschäftigte und Verwaltungsmitarbeiter), beim Facility Management sind es 30 Stellen (Architekten, Ingenieure, Verwaltunsgmitarbeiter); im Straßen- und Grünflächenamt vier Stellen für Fahrer und Gartenbaubeschäftigte, im Schul- und Sportamt acht Stellen (Hausmeister und Platzwarte). Über alle Ämter verteilt fehlen zudem noch 96 Verwaltungsmitarbeiter. Altersbedingt ausscheiden werden in diesem Jahr 28 Mitarbeiter.

Von den 196 unbesetzten Stellen sind 110 Posten derzeit ausgeschrieben, oder  es läuft das Auswahlverfahren in den einzelnen Bereichen. Bei 70 Mitarbeitern hat man sich schon für einen Kandidaten entschieden, aber in 30 Fällen müssen noch die Beschäftigtenvertretungen (Personalrat, Frauen- und Schwerbehindertenbeauftragte) zustimmen. Bei 40 Stellen läuft die zweiwöchige Frist, in der abgewiesene Bewerber die Möglichkeit zum Widerspruch bzw. Klage haben. Laut Bezirksamt vergehen vom Antrag auf Stellenausschreibung bis zur Einstellungszusage durchschnittlich 4,9 Monate.

Um Personal zu gewinnen, will der Bezirk in diesem Jahr auf zwölf Job- und Ausbildungsmessen vertreten sein, wie zuletzt als einziger Bezirk auf der Jobmesse im Olympiastadion,  die Ausschreibungen teilweise auf weitere Plattformen (Bsp. Monster) ausweiten und die Karrierehomepage weiterentwickeln. Auch durch die Schaffung dualer Studiengänge sollen Mitarbeiter rekrutiert werden.

Anzeige