Namen & Neues

Kostenloses Mittagessen: Idee gut, Umsetzung holprig

Veröffentlicht am 28.05.2019 von Judith Langowski

Ab dem kommenden Schuljahr sollen alle Kinder an Berliner Grundschulen kostenlos Mittagessen bekommen. Eigentlich eine super Idee. Nur, dass es noch nicht in allen Schulen Platz für die zusätzlichen Tische und Stühle gibt, die bei der erwartbaren Erhöhung der zu fütternden Münder aufgestellt werden müssen. Nach Tagesspiegel-Informationen haben bei einer berlinweiten Umfrage der Verwaltung 75 der rund 350 öffentlichen Grundschulen angegeben, dass sie mangels Raumkapazitäten oder anderer Probleme nicht wissen, wie sie alle Schüler beköstigen können, schrieb meine Kollegin Susanne Vieth-Entus in einem Artikel. Die Schulen sollten ihre Ausgangslage in Sachen Mittagessen mit den Ampelfarben beschreiben. „Grün“ sollte bedeuten, dass man ohne Probleme auf die Beköstigung aller Schüler umstellen könnte. Am Ende machten die genannten 75 Schulleiter ihr Kreuzchen bei „Rot“. Darunter sind viele, die zusätzliche Räume benötigen. Anderen fehlen Ausgabeküchen oder Mitarbeiter.

So auch in der Friedenauer Fläming-Schule. Im Speiseraum können dort aktuell bis zu 80 Kinder gleichzeitig essen. Drei Klassen nehmen ihr Mittagessen in einem separaten Gruppenraum ein. Insgesamt nehmen aktuell 400 Kinder das Essen in Anspruch. Ab 5. August, wenn das neue Schuljahr losgeht, werden es 550 sein, vermutet Nicole Klauß, Vorständin der Elternvertretung. Aber es gebe weder ausreichend Räumlichkeiten noch Personal, so Klauß. Da die Fläming-Schule eine inklusive Schule ist, sei es besonders wichtig, dass das Mittagessen gut strukturiert sei. Dazu kommt, dass der Senat vorgibt, dass das Mittagessen bis 13.30 Uhr abgeschlossen sein soll, weshalb auch der Stundenplan in der Fläming-Schule umgestellt werden soll.

Bei einer offiziellen Begehung der Schule vor den Osterferien, mit Mitarbeiter*innen des Bezirks, der Schule und des Nachbarschaftsheims Schöneberg, wurden sämtliche Räumlichkeiten besichtigt. Im Hortgebäude gibt es ehemalige Büroräume einer Sparkasse, die umgebaut und für als Mensa genutzt werden könnten. Allerdings wird das nicht bis Ende der Sommerferien passieren. Als Provisorium sollen die Küche und die Naturwissenschafts-Räume genutzt werden, dafür müssen zusätzliche Tische und Stühle bestellt werden. All das in den nächsten drei Wochen, bevor die Sommerferien beginnen, berichtet Klauß.

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