Namen & Neues

Ausbau des Standortes an der Johanna-Eck-Schule

Veröffentlicht am 06.08.2019 von Sigrid Kneist

Die Pläne sind ambitioniert: Es ist das größte geplante Schulbauvorhaben im Bezirk. Mehr als 51 Millionen Euro sollen in den Ausbau des Schulstandortes an der Ringstraße in Tempelhof fließen. Diese Zahlen nannte Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) am Montag bei einem Vor-Ort-Termin der rot-grünen Zählgemeinschaft. Diese Mittel seien jetzt in der Investitionsplanung angemeldet. Auf dem Gelände der derzeitigen Sekundarschule soll eine dreizügige Grundschule entstehen, ein Gebäude für die Sekundarstufe II (Oberstufe), gebaut werden, sowie eine große wettkampfgerechte Sporthalle mit drei Feldern. Auch das alte Hauptgebäude muss komplett saniert werden. Die Schulkonferenz der Schule hat bereits vor einiger Zeit den Beschluss gefasst, Gemeinschaftsschule werden zu wollen, also eine Schule, in der Kinder von der ersten Klasse bis zum Abitur lernen können. Dieses Vorhaben wird von Rot-Grün im Bezirk ausdrücklich unterstützt. Einen Zeitpunkt für die Umsetzung der Planungen gibt es noch nicht.

Gebaut wird an der Schule bereits; sie erhält einen Zusatzbau, der vor allem die Mensa beherbergen soll. Der Rohbau steht schon: Neben der Mensa soll das Gebäude mit rund 575 Quadratmetern Nutzfläche noch Platz haben für eine Cafeteria, eine Leselounge und einen Clubraum. Der Neubau wird mit einer Schuppenhaut aus Edelstahlblechen verkleidet, so dass das Gebäude einem Raumschiff ähnelt. Das Dach wird begrünt und mit Solarpaneelen bestückt. Bis spätestens Anfang des kommenden Jahres soll der Bau fertig sein.

Positive Nachrichten gab es zuletzt nicht aus der Johanna-Eck-Schule, wie meine Kollegin Susanne Vieth-Entus in den vergangenen Monaten in mehreren umfangreichen und detaillierten Recherchen über das zerrüttete Schulklima dokumentiert hat. Die Texte können Sie hier lesen: tagesspiegel.de und tagesspiegel.de

Kritik kam deswegen jetzt auch von der bezirklichen CDU. „Solange die Schule mit ihren Problemen weder in ruhigem Fahrwasser ist, noch ausgereifte Konzepte zur Qualitätsentwicklung vorliegen, macht es keinen Sinn, sie mit dem komplexen, arbeitsintensiven Prozess, sich auf den Weg zu einer Gemeinschaftsschule zu machen, zu belasten. „Das würde die Schulgemeinschaft in dieser Situation noch mehr überfordern,“ sagt der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Christian Zander. Zudem sei ein „Gebäude für den Grundschulteil noch nicht einmal im Bau“. Ein Großteil der ausgebildeten Lehrer habe die Schule aufgrund der ungelösten Konflikte verlassen. „Damit ist die Basis einer multiprofessionellen Ausstattung mit Lehrkräften zunächst weggebrochen, die aber notwendig ist, um unterschiedlich begabte Kinder inklusiv gemeinsam zu beschulen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen“, sagt Zander.
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg entnommen. Den – kompletten – Bezirksnewsletter, den wir Ihnen einmal pro Woche kompakt zuschicken, gibt es ganz unkompliziert und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

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