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Einsatz der Kettensäge im Kleistpark

Veröffentlicht am 17.09.2019 von Sigrid Kneist

Einsatz der Kettensäge im Kleistpark in Berlin-Schöneberg. Etliche Besucher des Berliner Kleistparks waren in der vergangenen Woche fürbass erstaunt. Im Park waren etliche Bäume gefallen und lagen zersägt für den Abtransport bereit. Dabei gilt aus Naturschutzgründen in der Vegetationsperiode bis zum 1. Oktober ein Fällverbot. Was war also geschehen?

Laut Bezirksamt waren acht Buchen und drei Hainbuchen betroffen. Sie seien durch die Hitzesommer 2018 und 2019 so stark geschädigt und zudem von Pilzen befallen gewesen, dass ein schnelles Handeln aus Gründen der Sicherheit notwendig gewesen sei. Bereits im Frühjahr seien Schäden festgestellt und Pflegemaßnahmen für den Herbst vereinbart worden, teilte die für Grünflächen zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) mit.

Bei einer weiteren Kontrolle in der vergangenen Woche stellten die Mitarbeiter fest, dass die Schäden fortgeschritten und einige Bäume schon abgestorben waren. Zudem sei der Pilzbefall rasant fortgeschritten, dieser habe an anderen Orten in der Stadt dazu geführt, dass Äste abfielen. Das Bezirksamt habe schnell handeln müssen, um Parkbesucher zu schützen. In dieser Woche sollen zudem zwei weitere Straßenbäume im Bezirk aus Sicherheitsgründen gefällt werden: ein morscher Ahorn in der Groß-Ziethener Straße sowie eine vom Pilz befallene Birke in der Rönnebergstraße.

Den Umweltverband BUND überzeugt die Mitteilung der Stadträtin nicht. Ihre Mitteilung lese sich, „als hätte man da mit Gewalt eine Begründung herangezogen“, schrieb der BUND-Baumexperte Christian Hönig. Zwar dürften in der Vegetationsperiode Bäume gefällt werden, wenn sie eine Gefahr darstellen: „Aber nur dann, wenn die Fällung nicht auch zu anderer Zeit möglich gewesen wäre. Das bedeutet wenn der Baum noch drei Wochen hätte stehen können ohne umzukippen, dann hätten sie erst in drei Wochen fällen dürfen.“ Ein Pilzbefall als Begründung reiche nicht. umweltzoneberlin.de. – Text: Sigrid Kneist
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