Namen & Neues

Ein S-Bahnhof für den Marienpark

Veröffentlicht am 01.10.2019 von Sigrid Kneist

Ein neuer Berliner S-Bahnhof für den Marienpark. Dass er irgendwann kommen soll, scheint klar. Aber wann? Das ist die Frage. Die Politiker im Berliner Bezirk Schöneberg-Tempelhof fordern schon lange, dass die S-Bahn einen weiteren Bahnhof in Höhe des Kamenzer Damms erhält – hier eine Draufsicht bei Google Maps. Es gibt entsprechende BVV-Beschlüsse, es gibt auch ein Einverständnis der Senatsverkehrsverwaltung. Nur die Umsetzung soll noch lange auf sich warten lassen. Gerade für das Gewerbegebiet im Marienpark, der immer weiter ausgebaut wird und wo ein großes Rechenzentrum entsteht, wäre eine bessere Anbindung an die ÖPNV sinnvoll.

Jetzt macht Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) Druck: „Ich freue mich, dass die Verkehrsverwaltung in guten Gesprächen mit der Bahn über den S-Bahnhof Kamenzer Damm ist. Ich bin zuversichtlich, dass der Bahnhof zeitnah bestellt wird“, sagte sie dem Tagesspiegel. „Die schnelle Bahnanbindung des einstigen Gasag-Geländes ist Voraussetzung für die wichtigen Gewerbeansiedlungen und den Wohnungsbau.“

Mein Kollege Jörn Hasselmann, ausgewiesener S-Bahnkenner, hat auch gleich ein Foto gemacht. Hier ist es.

Die Zeit drängt. So heißt es in Pops Verwaltung. Bisher sehen die Planungen nämlich vor, dass der S-Bahnhof erst nach Beendigung der Arbeiten für die Dresdner Bahn ab 2026 kommen solle. Das hält Pop für zu spät. Noch hat der Senat den Bahnhof bei der Deutschen Bahn allerdings nicht bestellt. Der Wille dazu ist da. Die Abstimmungen seien derzeit jedoch nicht abgeschlossen, sagt Jan Thomsen, Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). Es sei geplant, „einen Mittelbahnsteig mit beidseitiger Erschließung der Straßenüberführung Lankwitzer Brücke“ zu bauen.

Wann wird gebaut? Erst nach der Dresdner Bahn. Thomsen weist darauf hin, dass es zwischen Senatsverkehrsverwaltung und der Deutschen Bahn ein Einvernehmen darüber gebe, „das Vorhaben erst nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn umzusetzen, da diese für Berlin und die Region eine sehr große Bedeutung hat“. Deshalb könne man auch noch keinen Termin nennen, wann der Haltepunkt bestellt wird. Zurzeit werde ein Zeitplan erarbeitet. „Dabei werden auch die nötigen Voraussetzungen für eine mögliche Inbetriebnahme vor 2026 geprüft“, sagte Thomsen. Dann blieben zum jetzigen Stand gerade einmal knapp sechs Jahre für Planung, Bestellung, Bau etc. Ob das realistisch ist? In der Regel brauchen Berliner Bauvorhaben lang, sehr lang. – Text: Sigrid Kneist
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