Namen & Neues

Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule: "Schon wieder quadratische Funktionen"

Veröffentlicht am 07.04.2020 von Sigrid Kneist

Seit die Berliner Schulen geschlossen sind, wird an der Tempelhofer Johanna-Eck-Schule ein Online-Tagebuch geführt. Mit Unterstützung von Verwaltungsleiter Axel Jürs dürfen wir jetzt schon zum vierten Mal Einblick nehmen, was an der Schule passiert. Auch in den Osterferien sollen Schüler Unterstützung erhalten. Wer keinen Zugang zur Online-Plattform „Lernraum Berlin“ hat, kann sich die von den Lehrern zusammengestellten Arbeitsunterlagen an einer „Ausgabeschleuse“ abholen. Das gesperrte Schulfoyer muss dazu nicht betreten werden. Manchmal kommen auch die Eltern vorbei. Hier ein Blick in der vergangene Woche.

Dialog mit einem Vater. Dieser bekommt einen Packen Arbeitsblätter mit vielen mathematischen Formeln und Aufgaben für seine Tochter überreicht . Er wirft einen kurzen Blick drauf und seufzt: „Ach je, schon wieder quadratische Funktionen. Die Aufgaben von letzter Woche waren auch schon so schwierig…“ Verwaltungskraft: „Vielleicht lassen Sie sich von Ihrer Tochter helfen; die nimmt das offenbar gerade in Mathe durch.“

Dialog mit einem Schüler. Der Achtklässler nimmt mit ungläubigem Staunen seinen Stapel Workbook-Kopien entgegen. Schüler: „Neeee, oder?!  Dit is‘ viiiiiiiel zu viel für zwee Tage!“ Verwaltungskraft: „Stimmt; ist ja auch für vier Tage, wie man am Datum sieht. Aber ‚erstaunlicherweise‘ hat niemand die erste Hälfte der Aufgaben für Dich erledigt, während der drei Tage, die Dein Material hier auf Dich gewartet hat.“ Schüler: „Jaja, schon kapiert! Und wat mach‘ ick jetze?“ Verwaltungskraft: „Na, ich würde mal sagen: Hurry up, dear! Get started immediately!“ Schüler (murmelt) : „Damn! Such a crap…“ Verwaltungskraft: „Das habe ich gehört…!“

E-Mail-Nachricht von Schülerin F. (neunte Klasse) an Lehrer O. „Mir geht es im Allgemeinen sehr gut. Ich finde es zwar gut, dass der Schülersenat oder auch die Regierung entschieden hat, dass wir zu Hause bleiben. Aber trotzdem vermisse ich es, meine Familie und Freunde zu sehen. Ich vermisse auch, in die Schule zu gehen und dort meine Aufgaben mit Freunden zu erledigen und immer wieder neue Sachen zu erleben. Ich bin momentan echt gestresst mit dem ganzen ‚Lernraum Berlin‘ und auch, so viele Hausaufgaben zu bekommen. … Ich bin es nicht gewohnt, 4 Stunden an Hausaufgaben für ein Fach zu sitzen. Außerdem finde ich es schade, dass die Klassenfahrt ausfällt, da hatte ich mich echt schon drauf gefreut. Hoffentlich wird alles bald wieder wie vorher sein.“

Schüler R. (neunte Klasse) an Lehrer O. „Hallo, Herr O. Ich fühle mich normal. Mir fehlen die Klassenkameraden und der normale Alltag und der Unterricht. Ich brauche eigentlich nichts außer bitte den normalen Alltag zurück. Danke, dass Sie mit uns arbeiten. Was fehlt Ihnen in diesen Wochen? Was brauchen Sie? Wie fühlen Sie sich in dieser schweren Zeit? Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Bleiben sie gesund!“

Die ersten drei Folgen aus dem Online-Tagebuch der vergangenen Wochen können Sie hier nachlesen: „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“ und „So ergeht’s dem Schulleiter“.