Namen & Neues

Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule: "Danke heißt auf Polnisch Dziękuję"

Veröffentlicht am 14.04.2020 von Sigrid Kneist

Seit die Berliner Schulen geschlossen sind, wird an der Tempelhofer Johanna-Eck-Schule ein Online-Tagebuch geführt. Mit Unterstützung von Verwaltungsleiter Axel Jürs dürfen wir Einblick nehmen, was an der Schule passiert. In der fünften Folge geht’s diesmal um den Mailaustausch mit Herrn Z., dem IT-Experten der Schule.

Schülerin S. an Herrn Z.:  „Lieber Herr Z! Ich schreibe Ihnen, weil ich für die Home-Learning-Nachrichten einen Code für unsere Lern-Plattform brauche. Ich schreibe aber ans Sekretariat, denn ich weiß leider nicht genau, wie Sie heißen, bzw., wie man Ihren Namen schreibt – obwohl ich vor der Schulschließung bei Ihnen war. Sorry! Mein Vater findet das total peinlich, weil ich den Code ja eigentlich schon einige Zeit bräuchte. Er hat auch keine Lust mehr, die Materialien als Kopien in der Ausgabeschleuse abzuholen, die ja auch in den Ferien nicht geöffnet hat. Ich auch, aber den Code brauche ich trotzdem. Schicken Sie ihn? Das wäre mega!!! Und ich musste meinem Vater versprechen, dass ich mir nächstes Mal, wenn ich zu Ihnen komme, Ihren Namen von dem Türschild abschreibe. Das finde ICH peinlich, weil ich ja Ihren Namen in der Antwortmail habe, wenn Sie mir zurückschreiben. Übrigens: Was heißt eigentlich danke auf Polnisch?“

Antwort von Herrn Z.: „Liebe S.! Kein Wunder, dass Dir mein Name schwer im Gedächtnis bleibt. Das muss Dir nicht peinlich sein: Polnische Familienamen haben oft viele Konsonanten. Übrigens: Deinen Familiennamen hätte ich wahrscheinlich nach Gehör auch falsch geschrieben. Da haben wir also was Spannendes gemeinsam. Deinen Code schicke ich Dir sicherheitshalber in einer separaten Mail zu, (ohne Info, wofür Du ihn benötigst!), die Du dann bitte löschst. Und: Viel Erfolg beim Home-Learning! Übrigens: Danke heißt auf Polnisch: „Dziękuję!“ Ein wichtiges Wort für Ausflüge in unser Nachbarland. Und wie man das ausspricht, verrate ich dir, wenn Corona aus unserem Berlin „abgereist ist“.“

Schüler A. an Herrn Z.: „Lieber Herr Z.! Können Sie bitte einen Fehler in die Mail-Adresse meiner Mutter für den News-Account einbauen? Sie hat Home-Office und nervt mich von morgens bis abends mit Fragen zum Home-Learning; das hält keiner aus; echt jetzt! Ich helfe Ihnen dafür auch mit dem Sortieren vom Elektro-Schrott, wenn die Schule wieder offen ist! Deal?“

Antwort von Herrn Z.: „Lieber A.! Ich kann mir recht gut vorstellen, was du meinst. Aber Du solltest zwei Fakten bedenken: Erstens waren Eltern/Erwachsene auch mal Jugendliche und entdecken deshalb fast alle (auch neuen) Tricks. Und zweitens – das weißt Du sicher als „Digital Native“ – schickt der Server innerhalb von Sekunden eine Info über unzustellbare Nachrichten. Heißer Tipp (…aber von mir hast du ihn nicht…!): Geh‘ doch einfach in die freundliche Offensive (Auf Deutsch: „Dreh‘ den Spieß um!“…) und frage Deine Mutter viel zu Deinen Home-Learning-Hausaufgaben. Dann merkt sie von selbst, dass Du da dran bist und fleißig Hausaufgaben bearbeitest – und die Kontroll-Nachfragen dürften weniger werden. Hat bei mir zu Schulzeiten bestens funktioniert! Und wir hatten noch gar kein Internet.“

Die ersten vier  Folgen aus dem Online-Tagebuch der vergangenen Wochen können Sie hier nachlesen: „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“ und „Schon wieder quadratische Funktionen“