Namen & Neues

Mehr Präsenz in den Ämtern

Veröffentlicht am 05.05.2020 von Sigrid Kneist

Der Bezirk weitet seine Dienstleistungsangebote allmählich wieder ein wenig aus. Die Öffnungen für den Publikumsverkehr sind aber nach wie vor stark eingeschränkt. Jetzt sollen aber wieder mehr Mitarbeiter in den Büros arbeiten als in den vorangegangenen Wochen. Zur Eindämmung der Pandemie gab es zunächst die Vorgabe, dass nicht mehr als 20 Prozent der Beschäftigten in den Ämtern anwesend sein sollten. Bereits Ende April wurde das auf 30 Prozent erhöht. Jetzt gibt es keine prozentuale Vorgabe mehr; die Anwesenheit richtet sich nach den erforderlichen Hygiene- und Abstandsregelungen. In der Regel bedeutet das, dass beispielsweise in einem Büro, in dem eigentlich zwei Mitarbeiter sitzen, derzeit nur einer arbeiten kann.

Bürgerämter. Eine Onlinevergabe von Terminen beim Bürgeramt gibt’s weiterhin nicht. Wer ein dringendes Anliegen hat, zu dem er persönlich in der Behörde erscheinen muss, muss auf jeden Fall vorher telefonisch unter 030/90277-7111 oder per E-Mail an das Bürgeramt einen Termin entweder für den Standort Schöneberg (Rathaus Schöneberg) oder Lichtenrade (Briesingstraße 6) vereinbaren. Zu den dringenden Angelegenheiten gehören beispielsweise die Anmeldung eines Wohnsitzes oder das Beantragen eines Personalausweises. Auf den Standortseiten der Bürgerämter kann man zudem erfahren, welche Leistungen schriftlich per Mail, Brief oder Fax beantragt und welche online abgewickelt werden können. berlin.de

Sozialamt. Laut Sozialstadtrat Matthias Steuckardt (CDU) war das Sozialamt auch in den vergangenen Wochen durchgängig besetzt. Sprechstunden fanden aber ausschließlich am Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr statt und galten nur für einen eingeschränkten Personenkreis: beispielsweise Menschen, die Barzahlungen erhalten, die plötzlich mittel- oder obdachlos geworden sind. „Dieses Angebot war und ist ausreichend“, sagt Steuckardt. Deswegen bleibt es bei dieser Regelung. Bei anderen Anliegen muss der Kontakt schriftlich oder per Telefon gesucht werden. Steuckardts Angaben zufolge werden jetzt wieder mehr Mitarbeiter als bisher zum Dienst kommen und Liegengebliebenes abarbeiten. Bis auf weiteres bleiben auch die Seniorenfreizeitstätten geschlossen, alles andere wäre unverantwortlich, sagt der Sozialstadtrat: „Der Schutz der Gesundheit unserer Besucherinnen und Besucher hat oberste Priorität und eine Öffnung der Einrichtungen aufgrund eines Drucks von außen, so wie bei den Spielplätzen geschehen, wird es in diesem Bereich auf keinen Fall geben.“

Jugendamt. Seit Beginn der Woche sind dort wieder in allen Bereichen des Jugendamtes zwei Teams mit rund 50 Prozent der Belegschaft anwesend. Sprechstunden im Amt gibt es weiterhin nicht, wie das Büro von Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) mitteilte. In dringenden Fällen werden Termine vereinbart. Alle Anträge können schriftlich oder telefonisch gestellt werden. Der Regionale Sozialdienst hält den Kontakt zu den betreffenden Familien; Besprechungsräume für notwendige Gespräche stehen bereit. Ähnliche Regelungen gelten für das Schul- und Sportamt und das Umwelt- und Naturschutzamt. Die Ämter fallen ebenfalls in Schworcks Zuständigkeit. Alle Anliegen können telefonisch oder per E-Mail geklärt werden, Publikumsverkehr ist vorerst nicht vorgesehen.

Bauamt. Auch hier wird jetzt wieder mehr auf Präsenz in der Behörde gesetzt. Da Mitarbeiter ihre Büros teilweise nicht mehr gleichzeitig nutzen können, werde inzwischen mit versetzten Arbeitszeiten gearbeitet, sagt Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne). Man werde jetzt auch prüfen, wie das Bauarchiv wieder zugänglich gemacht werden kann. Geklärt werden müsse zudem, in welchem Rahmen die Bauberatung stattfinden könne. So wie bisher, dass man sich gemeinsam über Pläne beugt, geht es nicht mehr. 

Unzulängliche IT-Ausstattung. Im öffentlichen Dienst gibt es – wie in den letzten Wochen vielfach berichtet – viel zu wenige Heimarbeitsplätze, die mit sicheren sogenannten VPN-Tunneln für den Datenverkehr ausgerüstet sind. Aber selbst diese werden nicht voll ausgelastet, da teilweise unklar ist, was rechtlich erlaubt ist, selbst wenn es technisch möglich ist. Auch die Infrastruktur in den Amtsgebäuden lässt zu wünschen übrigen. In verschiedenen Besprechungsräumen des Rathauses Schöneberg gibt es inzwischen zwar WLAN. Genutzt werden kann es aber nur mit privaten Geräten, um die Datennetzsicherheit im Rathaus nicht zu gefährden. Auch bei Videokonferenzen musste zum Teil private Technik angewendet werden.  

Welche Dienstleistungen wie angeboten werden, können Sie hier sehen: berlin.de