Namen & Neues

Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule

Veröffentlicht am 05.05.2020 von Sigrid Kneist

Nun kommen nach den zehnten Klassen auch die Schüler der neunten Klassen wieder in die Tempelhofer Schule. Im Online-Tagebuch geht es diesmal um Masken und Laptops. Mit Unterstützung von Verwaltungsleiter Axel Jürs nehmen wir wieder Einblick, was an der Schule passiert.

Masken to go: Unsere Mund-Nasen-Schutzmasken gehen weg wie warme Semmeln; vor allem da jetzt mit den Jahrgängen 10 und 9 knapp die Hälfte unserer Schüler*innen wieder präsent ist, wenn auch in Schichten und reduziertem Zeitumfang. Eigentlich sollen die Jugendlichen die Masken nicht selbst in der Verwaltung abholen, weil das Sekretariat „quer“ zur vorgeschriebenen „Einbahnstraßen“-Bewegungsrichtung im Schulgebäude liegt, aber wir drücken (mindestens) ein Auge zu für die persönlichen Abholer*innen. Zumal die meisten umsichtig agieren: Einer holt zwei Masken, reicht eine davon seinem auf dem Flur wartenden Kumpel durch die offene Sekretariatstür –  mit Sicherheitsabstand. Beide haben ein nettes Wort für das Verwaltungsteam, das gerade Masken einzeln hygienisch in selbstklebenden Umschlägen verpackt: „Danke, dass Sie das für uns machen“, sagt der eine. Und der andere, ein großer Starwars-Fan, wünscht am Montag anlassgerecht alles Gute: „May the fourth be with you!“ – Das ist ein Wortspiel für den vierten Mai; denn eigentlich heißt es: May the force be with youMöge die Kraft mit Dir sein!

Vielfältige Ideen. Die Begleitfragen beim Abholen der Masken illustrieren die verschiedenen Temperamente und Talente. Fürsorglich: „Darf ich für meinen kleinen Bruder auch eine mitnehmen? In seiner Grundschule haben sie keine.“ Kreativ: „Ist es ok, wenn ich meine Maske färbe oder bemale?“ Geschäftstüchtig: „Soll ich draußen welche einzeln verkaufen, dann könnten wir neue einkaufen?“ Letzteres wird nicht passieren, wir haben schon 200 Stück von unserer Lieferung aus einer Behindertenwerkstatt an eine Grundschule aus dem Bezirk weitergegeben, die auch manche Kinder aus Familien mit schmalem Portemonnaie versorgen möchte, aber keine bekommen hat.

Laptops und Räume. Der andere „Renner“ dieser Woche sind die neuen Chromebooks. Dank unseres Kooperationspartners, des Netzwerks Großbeerenstraße (NG), können wir sie denjenigen in unserer Schülerschaft für das Home-Learning zur Verfügung stellen, die keine Endgeräte oder ausreichend Datenvolumen haben, oder deren technischen und räumlichen Arbeitsmöglichkeiten zu Hause durch das Homeoffice der Eltern belegt sind.

Zusammen mit dem Netzwerk haben wir ein Konzept entwickelt, bei dem die Technik Teil eines abgestimmten Gesamt-Pakets aus Technik, Räumen, Beratung und Kommunikationsnetz darstellt: Es gibt zu Lernbüros umgestaltete Sitzungsräume im Gewerbepark, die man unabhängig von Unterrichtszeiten buchen kann und Webinare, die sich auch, aber nicht nur mit Berufsorientierung und Vorbereitung beschäftigen. Die Jugendlichen nehmen die Verpflichtung zur Teilnahme an den Webinaren nicht unbedingt als „notwendiges Übel“, ohne welches man das Gerät nicht ausleihen und das Lernbüro nicht buchen könnte. Fast alle sind dankbar, dass es nicht einfach nur ein Gerät, sondern ein „servierfertiges“ Kompaktangebot gibt. „Digitales Convenience-Food“ nennt es ein Schüler mit Berufsziel Sternekoch, woraus man schließen darf, dass er im Hinterkopf wahrscheinlich schon am Konzept seiner digitalen Koch-Show arbeitet.

Ein Schüler fragt, ob nicht gerade dieser Gerätetyp nach Ende des Online-Unterrichts mangels Speicher alles wieder „vergisst“. Anmerkung einer anderen Schülerin: „Dann wirst du dich ja gut vertragen mit deinem Digital-Teil!“ Sie schiebt hinterher: „Echt jetzt, in Computern steckt sowenig oder soviel, wie ich Hirn habe, es zu nutzen.“ Genau das ist der Plan. Wichtiger, als bloß Gerätschaften zu verteilen oder zu bezuschussen, sind Konzepte, wie und wofür sie didaktischen Nutzen entfalten sollen. Wir haben eines; und es wirkt von Anfang an.“

Die sieben vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen: „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“. und „Es geht wieder los“.