Namen & Neues

Aus dem Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule: Die ersten Corona-Fälle

Veröffentlicht am 18.08.2020 von Sigrid Kneist

Die zweite Schulwoche nach den Ferien hat begonnen. Die Pandemie hat jetzt mit zwei Fällen auch die Tempelhofer Sekundarschule erreicht, wie wir aus dem Online-Tagebuch der Schule mit Unterstützung von Verwaltungsleiter Axel Jürs erfahren.

Corona-Meldungen. Wirklich überraschend kam die Nachricht über die beiden ersten Schüler nicht, die positiv auf das Virus getestet worden waren. Die Mischung von vollen Klassenzimmer ohne Masken und Abstand‘ sowie etlichen namentlich bekannten Rückkehrern aus Risikogebieten strapazierte auch den durchtrainiertesten Optimismus. Wer dadurch wann wie lange ins „schulisch angeleitetes Lernen Zuhause“  – im Behördenjargon kurz saLzH genannt-, wechselt, und wer wann als Kontaktperson der Kategorie I oder II wann wiederkommen kann, wird nach jeweiliger Maßgabe des Gesundheitsamts festgelegt. Das in vertretbaren wie überschaubaren Dimensionen zu halten, wird hoffentlich der schulische aktuelle Hygieneplan unterstützen.

Maskenpflicht ausgeweitet. An der Johanna-Eck-Schule gilt Maskenpflicht auch auf dem Schulhof – angesichts der Positivfälle könnte sich diese Maßnahme bewähren. Ein Schüler, der es vor wenigen Tagen noch witzig fand, sich mehrmals auf die Regel hinweisen zu lassen, wird jetzt mit korrekt aufgesetztem Mund-Nasenschutz gesehen und seine Freunde weisen ihn auch entsprechen darauf hin: „Setz auf, wir wollen nicht in den nächsten Lockdown!“  Obendrein fragen die ersten Schüler*innen nach, ob das Lockdown-Risiko erfolgreich zu mindern wäre, wenn sie die Masken freiwillig auch im Unterricht tragen. 

Präsenzunterricht als Privileg: Ansonsten sind viele Schüler*innen froh, wieder Unterricht in normaler Lerngruppenstärke zu haben, andere haben auch die Vorteile corona-reduzierter Lerngruppengrößen gesehen: man kam häufiger dran. „Gerade in den Fremdsprachen war das gut“, sagt Schülerin T. Andere störte genau das. Manchen kommen die Klassenräume bei „voller Besetzung“  enger vor als letztes Jahr um diese Zeit. Sie möchten gar nicht glauben, dass es genau so viele Stühle und Tische sind wie in Vor-Corona-Zeiten. 

Neue Bücher. Die gibt es jetzt allerdings nicht wegen Corona, sondern weil die Schule  mit Unterstützung der Partnerbuchhandlung forciert auf aktuelle, moderne Lehrmittel, darunter auch eBook-Reader, umstellt, auch mit Hilfe des neuen Bücherfonds, der es Eltern erlaubt, sich an einer deutlich kostengünstigeren Ausleihe zu beteiligen.

Apropos Bücher: Unsere Namenspatronin der neuen Schüler*innen-Bibliothek, die Schriftstellerin Karen-Susan Fessel,  bietet uns an, in Schreibworkshops mit Schüler*innen einen Schulroman zu schreiben. Ein Schüler mit südamerikanischer Mutter hat einen Vorschlag: „‚Schule in Zeiten von Corona‘  – dann kriegen wir den Literaturnobelpreis! Wie Marquez!“

Die 22 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen: „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“, „Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“ und „So war der erste Tag“.