Namen & Neues

Corona-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule: Elternbegrüßung auf dem Schulhof

Veröffentlicht am 25.08.2020 von Sigrid Kneist

Seit Beginn der Pandemie nehmen wir mit Unterstützung von Verwaltungsleiter Axel Jürs Einblick in der Online-Tagebuch der Tempelhofer Sekundarschule.

Das Wetter spielte mit: Der erste Open-Air-Elternabend für den neuen siebten Jahrgang ging glatt über die Bühne. Einiges von dem, was für alle 7. Klassen gilt, erläuterte Schulleiter Engin Çatik im zentralen ersten Teil, die Fortsetzung mit Wahl der Elternvertreter*innen folgte klassenweise in den frisch renovierten Klassenräumen. 

In der Verspätungsschleuse. Um pünktlich zum Unterrichtsbeginn an seinem Platz sitzen zu können, reicht es nicht, zum Stundenbeginn am Schuleingang aufzuschlagen. Die Eingangstüren werden deshalb fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn geschlossen, der Zugang erfolgt dann über die Räume des Ganztagsteams  welches die später Ankommenden in Empfang nimmt, deren Verspätung einträgt, sie mit Tipps zur Vermeidung weiterer Verspätungen versorgt und kompakt in den Unterricht geleitet, damit der  nur einmal durch die Verspäteten gestört werden muss.      

Johanna verpflichtet. Zivilcourage und Widerstand – persönlich, politisch, individuell strukturell  – gegen totalitäre Systeme, Diktaturen und deren Anfänge  sind an unserer Schule, die den Namen Johanna Ecks, einer ‚Gerechten unter den Völkern‘ trägt, ein wichtiges Begleitthema nicht nur des Unterrichts, sondern des Schullebens überhaupt. So waren vier unserer Zehntklässler*innen auf Einladung sehr interessiert und in jeder Beziehung gut vorbereitet  als Botschafter*innen ihrer Schule zu einer Gedenkveranstaltung zu Ehren von Paul Hirsch gegangen. (Hier die Würdigung Hirschs von Bärbel Schindler-Saefkow aus dem letzten Newsletter) Titel der Veranstaltung zum  Widerstand von Arbeiter*innen in den damaligen Askania-Werken in Mariendorf:  „Widerstand gegen Naziterror“.  

Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler*innen von den  Schilderungen Helmut Hirschs, des Sohnes von Paul Hirsch, als er beschrieb, was die Verfolgung, Verhaftungen,  Misshandlungen seines Vaters für die Familie bedeuteten und wie seine Eltern dennoch unerschrocken für andere verfolgte eintraten – mit hohem persönlichen Risiko. Das erinnerte die Schüler*innen an die Geschichte Johanna Ecks, auch wenn diese nicht als Teil eines größeren Netzwerks Verfolgte versteckt und versorgt hatte, sondern einfach aus der moralischen Verantwortung, die sie fühlte. Schade fanden die Jugendlichen, dass die „Hybridveranstaltung“ – eine Kombination aus Teilnehmenden in Mariendorf und einigen per Videokonferenz zugeschalteten Gästen – sehr auf die Erwachsenen fokussiert war, obwohl man direkt um Teilnahme von Jugendlichen geworben hatte; und sie bedauerten auch, dass kein Bezug zur Namenspatronin ihrer Schule gezogen werden konnte.

Die 23 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen: „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“, „Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“, „So war der erste Tag“ und „Die ersten Corona-Fälle“.