Namen & Neues

Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule

Veröffentlicht am 06.10.2020 von Lotte Buschenhagen

Diesmal erzählt Verwaltungsleiter Axel Jürs von merkwürdigen Redewendungen, pfiffigen Ausreden und einem Corona-Fall an der Schule – alles unter dem Motto „Erwischt“.

Erwischt I: „Erwischt“ hat uns  das Covid-19-Virus tatsächlich doch – zumindest indirekt – noch vor den Herbstferien bis ins „Lehrer*innenzimmer“: Der erste Lehrer musste sich Covid-19-positiv melden, obwohl unser Hygieneplan mit Einbahnstraßensystem, Maskenpflicht außerhalb von Klassenräumen, und Lüftung so gut und erfolgreich funktioniert, wie es in Pandemie-Zeiten aktuell möglich ist. Dennoch muss am Sonntag auch eine 8. Klasse in Quarantäne geschickt werden.

Erwischt II: „Erwischt“ hat eine Schüler*innen-Familie das Berliner Umzugskarussell: Sie muss in einen anderen Bezirk wechseln, um mindestens auf einige Jahre wieder in einer bezahlbare Wohnung leben zu können. Das Kind hat dadurch einen längeren Schulweg zu „ihrer Johanna“ als bisher, soll aber auf unserer Schule bleiben. Der Dank für die Begeisterung für die Johanna kommt im Doppelpack mit der Nachricht des Schulleiters, Engin Çatik: „Kein Problem, für weiterführende Schulen gibt es keine Einzugsgebiete und Ihren Sonnenschein geben wir ohnedies nicht freiwillig her!“.

Erwischt III: „Beinahe auf dem falschen Fuß erwischt“ hätte uns der EMOP Berlin – das ist kein neues Virus, sondern das Werbekürzel des European Month of Photography. Obwohl „die Johanna“ einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Kunst und Kultur setzt und aktiv pflegt, wäre uns das bei all den Pandemie-Erfordernissen beinahe durchgerutscht. Aber eben nur beinahe: Im Herbstferiencamp wird in einem Fotoworkshop ein interkultureller Fotokalender 2021 entstehen, der sich voraussichtlich um die Darstellung von Redensarten drehen wird. Die gibt es zwar in ganz vielen Kulturen und Sprachen, doch diese nutzen jeweils unterschiedliche „Bilder“. Beispiel gefällig?

Erwischt IV: Wer dabei erwischt wird, ein unangenehmes Thema meiden zu wollen, versucht auf Deutsch gerne „um den heißen Brei zu reden“, während ihr britischer Cousin sich in der gleichen Situation beim „beating around the bush“ (um den Busch herum klopfen) erwischen lässt. In Polen hat sich im Unterschied dazu offenbar seit jeher die Verwendung von Textilien bewährt – dort heißt es: „owijać w bawełnę“ (sinngemäß: in Baumwolle einwickeln). Und frankophone Themenvermeider*innen kreisen zu diesem Zweck vorzugsweise um einen Topf  („tourner autour du pot“). Der professionelle Fotograf, der in dem Fotoworkshop den Kalender mit den nachgestellten „Redensarten“ zusammen mit den Schüler*innen fotografisch umsetzen wird, freut sich schon darauf. Und mit Glück kann der Kalender sogar noch bis zum Ende des European Month of Photography gedruckt werden. Wir überlegen noch, ob wir für das Gelingen eher auf Deutsch  „die Daumen drücken“ oder international  „die Finger kreuzen“ sollen. Am besten wohl beides!

Erwischt V: Schüler*in S. hat eine pfiffige Ausrede für ihr fehlendes Attest zur Abwesenheit am zurückliegenden Nachschreibe-Samstag, aber trotzdem schlechte Karten: Die Krankmeldung passt nicht wirklich zu der interessierten Frage der Klassenkameradin – ungünstiger Weise in Hörweite der Lehrerin –, ob sie das coole Top am Samstagvormittag in dem Klamottenladen dann tatsächlich gekauft hat. Ups!

Erwischt VI: Schüler R., ein herzensguter Rabauke und in den letzten Tagen „Stammkunde“ für Masken-Nachschub begegnet dem Verwaltungsleiter auf dem Schulhof mit breitem Grinsen: „Wo ist denn Ihre Maske?“ Der so Angesprochene, der die Maske wegen des Notrufs „Fluchtweg versperrt“ in der Eile aufzusetzen vergessen hatte, gönnt ihm die Revanche für die morgendliche Belehrung, dass eine Reservemaske in den Schulrucksack gehört. „Nobody is perfect“, schiebt R. mit humorvollem Augenzwinkern nach. Recht hat er!

Die 28 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen: „Wochenend‘ und selbstgemachter Sonnenschein“, „‘Nachhaltigkeit‘ und andere Horizont-Kurse“, „Demokratie lernen, Europa leben“, „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“, „Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“, „So war der erste Tag“„Die ersten Corona-Fälle“„Elternbegrüßung auf dem Schulhof“„Gedenktage, Gewalt und Demokratie“ und Gute Gastgeber.