Namen & Neues

Von Bielefeld bis Frankreich: Das Corona-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule

Veröffentlicht am 17.11.2020 von Joana Nietfeld

Corona und Warnstufen: Nach dem Motto „Immer etwas mehr tun verlangt!“ , ließ sich die Johanna-Eck-Schule bereits nach den Herbstferien die Selbstverpflichtung zur allgemeinen Maskenpflicht von der Schulaufsicht bestätigen – die nun ab Mittwoch für alle weiterbildenden Schulen in Berlin gilt. Bei uns wird sie auf gut geübte Träger*innen treffen. Um die öffentlichen Verkehrsmittel zu den Stoßzeiten von vielen umherfahrenden Schüler*innen zu entlasten – und damit auch die Infektionsrisiken im Unterricht zu reduzieren, geht die Johanna nun wieder den vorsichtigen Weg und wird freiwillig die Corona-Warnstufe ‚Rot‘ beim Senat erbitten. So wollen wir ins hybride Lernen einsteigen – greifen dabei aber auf eine bewährte Strategie zurück, alle einmal am Tag in der Schule zu haben: „Jedes Kind jeden Tag sehen!“

Corona und Österreich: Aus unserem schönen europäischen Nachbarland Österreich kann man sich offenbar nicht nur Exportschlager wie Sacher-Torte oder ähnlich leckere schicken lassen, sondern auch eher Unappetitliches, wie zum Beispiel uns als Schule vorgelegte „Blanko-Atteste“ die keinem bestimmten Patienten, dafür aber mit großer Bestimmtheit „bescheinigen“, dass die das Attest vorlegende Person aus nicht näher bestimmten Gründen keinen Mund-Nasenschutz (vulgo: Maske)  tragen müsse. Man kann es traurig, erstaunlich oder dreist finden, dass solche Schriftstücke vorgelegt werden, akzeptiert werden sie an der Johanna jedenfalls nicht. Man kann es auch positiv-humorvoll sehen: Immerhin gab es noch kein vergleichbares „Attest“, das einem – ebenfalls nicht namentlich genannten – „Patienten“ verschärfte „Hausaufgaben-Unverträglichkeit“ bescheinigt.

Corona und Bielefeld: Der Elternteil mit dem dubiosen Schriftstück versuchte den Schulleiter Engin Çatık übrigens auch davon zu überzeugen, dass es das Coronavirus gar nicht gebe, blieb aber erfolglos. Der Schulleiter hat eine sehr realitätsorientierte Einschätzung, was es gibt und was nicht und – pssst! – war sogar schon mal in Bielefeld. Der Elternteil, solchermaßen enttäuscht, kündigte ebenso vage wie entschieden an, andere von wissenschaftlichen Erkenntnisse gleichermaßen unbeeindruckte Eltern würden zu gegebener Zeit vor der Schule „demonstrativ“ auftauchen. Wenn das mal keine Modenschau für Aluhüte wird.

Corona und Frankreich:  Die Johanna-Eck-Schule ist im Fernsehen – und zwar im französischen! Die Korrespondentin war auf unseren Umgang mit der Situation gestoßen und wollte kurzfristig darüber berichten. Wobei „kurzfristig“ nach TV-Maßstäben heißt: Soll am nächsten Abend im französischen Fernsehen gesendet werden und müsste deshalb bereits am nächsten Morgen gedreht werden. Doch alles klappte wie am Schnürchen, was den Gästen als Zeichen der legendären deutschen Effizienz galt – genau wie die von ihnen im Beitrag dargestellte, gelingende Zusammenarbeit zwischen der Johanna, der Schulaufsicht und dem Schulamt. Na, bitte! Geht doch: Berlin als im wörtlichen Sinne europäisches „Schul-Beispiel“ für Pandemie-Praxis im und rund ums Klassenzimmer. Das Team war von den Kids begeistert, die als „Media-Natives“ ein sicheres Gefühl dafür haben, was an Bildern für so einen Beitrag benötigt wird. Und Schüler*innen B. und G, die Französisch als zweite Fremdsprache lernen, haben ihren Spaß daran, souverän auf das Danke für die Zusammenarbeit zu antworten: „De rien, Madame!“

Aufgezeichnet von Axel Jürs. Verwaltungschef der Johanna-Eck-Schule.

Die 33 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen:  „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“, „So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“, „Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“, „So war der erste Tag“„Die ersten Corona-Fälle“„Elternbegrüßung auf dem Schulhof“„Gedenktage, Gewalt und Demokratie“Gute Gastgeber, „Wochenend‘ und selbstgemachter Sonnenschein“, „‘Nachhaltigkeit‘ und andere Horizont-Kurse“, „Demokratie lernen, Europa leben“, „Erwischt in allen Variationen“Berlin statt BrandenburgPartnerschaften, Digitales, Kunst, Unterricht mit Maske und Gedenken an Samuel Paty.