Namen & Neues

Warum nicht auf Rot? Aus dem Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule:

Veröffentlicht am 24.11.2020 von Sigrid Kneist

Grün, gelb, orange, rot. In dieser Folge erläutert uns der Verwaltungsleiter der Tempelhofer Sekundarschule, Axel Jürs, wie es die Schule mit den Corona-Warnstufen hält und warum sie nichts dagegen hätte, sich Rot einstufen zu lassen.

Johanna@Orange-Rot: Bei der Einstufung von Schulen in Corona-Warnstufen von ,Grün‘ über ‚Gelb‘ und ‚Orange‘ bis ‚Rot‘ gibt es unterschiedliche Blickwinkel: die der jeweiligen Schule und die der Schulaufsicht. Genauso gibt es unterschiedliche Einstufungsansätze, auch unter den Schulen: Die einen möchten lieber, dass ihre Farbstufe abbildet, was gerade ist; die anderen möchten lieber eine Einstufung, die Handlungsspielraum eröffnet, wie ihn die Alternativszenarien bieten, die zur Warnstufe Rot gehören – nicht zuletzt in der Erwartung, dass sie sowieso kommen könnte.

Freiwillig@Rot. Die Johanna-Eck-Schule ist bisher recht gut mit der freiwilligen Hochstufung nach den Herbstferien von ‚Gelb‘ nach ‚Orange’ gefahren und hätte sich jetzt gerne auf ‚Rot‘ hochstufen lassen, um das Hybrid-Lernen mit geteilten Gruppen für die kommenden Wochen schulweit durchführen zu können. Es wurde aber im Bezirk keiner Schule eine solche freiwillige Hochstufung gewährt. Sollten dieser Tage die Ministerpräsident*innen das mit der Bundeskanzlerin bundesweit regeln, sind wir darauf eingestellt.

Johanna@Hybrid-Lernen. Statt mit der Entscheidung zu hadern, geht die Schule lieber einen pragmatischen Weg: Quarantänebedingt war in manchen Klassen schon Hybrid-Lernen notwendig, um Schüler*innen in Quarantäne einzubeziehen. In Präsenz-Probeläufen wird das Hybrid-Lernen auch vor Ort eingeübt, damit es gelingt, wenn es unvermeidlich wird. Die Gruppen werden geteilt und wechseln sich in „Präsenz“- und „Online-Phasen“ ab. In der Vor-Ort-Übungsversion folgt die eine Hälfte der Lerngruppe dem Unterricht „live“, die andere zeitgleich per Stream, mit unterschiedlichen Zuschaltoptionen.

Johanna@Home, Home@Johanna. Mit der Erfahrung des kompletten Lockdowns der Schulen im Frühjahr ist das Verantwortungsbewusstsein der Schüler*innen für sich selbst und für andere weiter gewachsen – nicht nur in Sachen Infektionsschutz. Die von Lehrkräften allzeit geschätzte Fähigkeit, Erlerntes auf andere Themen und Bereiche erfolgreich zu übertragen, hat auf erfreuliche Weise zugenommen: Auch andere Regeln werden selbstverständlicher respektiert. Offenbar ist das Verständnis für Sinn und Schutzfunktion von Regeln an sich gewachsen. Und die „Corona-Regelungen“ werden von den Jugendlichen deutlich mehrheitlich befolgt, aber natürlich auch diskutiert. Für die meisten ist die Schule wegen der Sozialkontakte auch eine Art zweites Zuhause – das bitte nicht zur Isolierstation werden soll. Ein Schüler, der vom Sanitärbereich zurückkommt, wird ganz selbstverständlich von seiner Freundin gefragt: „Hände gewaschen?“ Er zeigt sie ihr aus Reflex. Sie grinst und lobt: „AHA!“

Die 35 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen:  „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“„So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“„Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“„So war der erste Tag“„Die ersten Corona-Fälle“„Elternbegrüßung auf dem Schulhof“„Gedenktage, Gewalt und Demokratie“Gute Gastgeber, „Wochenend‘ und selbstgemachter Sonnenschein“„‘Nachhaltigkeit‘ und andere Horizont-Kurse“, „Demokratie lernen, Europa leben“„Erwischt in allen Variationen“Berlin statt BrandenburgPartnerschaften, Digitales, KunstUnterricht mit MaskeGedenken an Samuel Paty, Zwiebeln in Orange und Von Bielefeld bis Frankreich.