Namen & Neues

Online-Tagebuch der Johanna-Eck-Schule: Testweises Hybridlernen

Veröffentlicht am 01.12.2020 von Sigrid Kneist

In der vergangenen Woche ging es hier noch um die Frage, ob sich Schulen im Corona-Ampel-System freiwillig auf „Rot“ umstellen können, um Hybrid-Unterricht veranstalten zu können. Nach den Entwicklungen der vergangenen Woche berichtet uns Verwaltungsleiter Axel Jürs, wie es jetzt an der Tempelhofer Sekundarschule läuft.

Hybrid-Lernen@Johanna: Unabhängig von den jeweiligen Farbabstufungen brachten die zwischen Ministerpräsident*innen und Bundesregierung gefassten Pandemiebeschlüsse eine Wahlfreiheit für Schulen in Hotspots mit Inzidenz-Werten über 200 (Ansteckungen pro 100.000 Einwohner*innen in sieben Tagen), in ausgewählten Jahrgängen testweise ins Hybrid-Lernen einzusteigen. Wir probieren das zunächst in einer gemilderten Präsenzteilung. Lerngruppen werden geteilt, von denen jeweils die eine Teilgruppe dem Präsenzunterricht „live“ folgt, die andere in einem unserer Computer-Räume per „Live“-Stream.

Johanna@Europa. Zwei Klassen gehörten in diesem Jahr zu den Teilnehmer*innen an der von jungen engagierten Europäer*innen auf die Beine gestellten Parlamentssimulation des Europäischen Parlaments (SIMEP). Das musste natürlich dieses Jahr coronabedingt ebenfalls online stattfinden, was leider die von einem externen Anbieter zur Verfügung gestellte technische Ausrüstung zeitweise überforderte. Dennoch: Mit dem vorab zur Verfügung gestellten Material bereiteten sich die Schüler*innen intensiv auf ihren jugendlichen Parlamentsbetrieb vor; Themen und Partei-/Fraktionszugehörigkeit wurden von den Veranstaltern zugeordnet. Der eine oder die andere Schüler*in hätte wohl lieber die eigene Meinung präsentiert, aber die für ein Planspiel typische Vorgehensweise schult das Hineindenken in andere Positionen und schärft so auch generell den Respekt für andere Ansichten. Diese Lernprozesse sind praktischerweise immun gegen technische Pannen.

Johanna@Demokratie. Das Planspiel mit der Aufgabe, Positionen zu begründen, die man nicht unbedingt teilt, ist ganz im Sinne der Demokratiebildung, die über Unterrichtsstunden hinaus regelmäßig eingeübt wird: vom Klassenrat über die GSV bis zu externen Gremien, in denen sich unsere Schüler*innen engagieren. Und auch für unsere im Kinder-und Jugendparlament des Bezirks Tempelhof-Schöneberg vertretenen Schüler*innen könnten sich die bei Parlaments-Simulationen gemachten Erfahrungen ganz praktisch als durchaus wertvoll erweisen.

Demokratie@Johanna: Die Schule wird sich auch an dem  Programm „Politische Bildung für Berliner Schulen“ beteiligen. Dabei realisieren die Schulen mit einem externen Partner Projekte zur Demokratiebildung und gegen Erscheinungen wie Rassismus und Antisemitismus. Nebeneffekt der Schulinitiativen: Wir werden zunehmend ebenfalls als Kooperationspartner wahrgenommen – auch von Institutionen, Stiftungen, Vereinigungen.

Die 36 vorangegangenen Folgen aus dem Online-Tagebuch können Sie hier nachlesen:  „Wie zum Kuckuck sind die ins Gebäude reingekommen?“„Bleib sauber, Johanna!“„So ergeht’s dem Schulleiter“„Schon wieder quadratische Funktionen“„Danke heißt auf Polnisch Dziękuję“„Vorbereitungen für die Rückkehr“„Es geht wieder los“ „Masken to go“„Alle wieder da“„Der ungeliebte Brückentag“„Warum nicht auch am Samstag?“„Alle begannen, in fremden Sprachen zu reden“„Endlich mal wieder Spanisch und Französisch“, „Klassenfotomontage und Rechnen mit der Pandemie“„Zeugnisvergabe in Etappen“„Sommercamp statt Sommerschule“„Jetzt wird renoviert“ , „Nach allen Regeln“„Gute Planung muss sein“, „Noch sind die Handwerker im Haus“„Letzte Vorbereitung vor dem Schulstart“„So war der erste Tag“„Die ersten Corona-Fälle“„Elternbegrüßung auf dem Schulhof“„Gedenktage, Gewalt und Demokratie“Gute Gastgeber, „Wochenend‘ und selbstgemachter Sonnenschein“„‘Nachhaltigkeit‘ und andere Horizont-Kurse“, „Demokratie lernen, Europa leben“„Erwischt in allen Variationen“Berlin statt BrandenburgPartnerschaften, Digitales, KunstUnterricht mit MaskeGedenken an Samuel PatyZwiebeln in OrangeVon Bielefeld bis Frankreich und „Warum nicht auf Rot?“