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Radspuren auf dem Tempelhofer Damm: Radaktivisten contra CDU

Veröffentlicht am 09.02.2021 von Sigrid Kneist

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg hat scharfe Kritik an der ablehnenden Haltung der CDU-Fraktion zu Fahrradspuren auf dem Tempelhofer Damm. geäußert. „Wer hier sichere Radwege ablehnt, nimmt weitere Unfälle billigend in Kauf. Will die CDU mit dieser populistischen Verantwortungslosigkeit wirklich die Verantwortung für weitere Verletzungen tragen?“, sagt Norbert Michalke vom Netzwerk. Wie ich in der vergangenen Woche hier berichtet habe, hat sich die CDU dagegen ausgesprochen, dass die Parkplatzspuren zwischen Alt-Tempelhof und Ullsteinstraße zugunsten der Radwege wegfallen sollen. So sieht es das nach einem langen Beteiligungsverfahren erarbeitete Konzept von Verkehrsstadträtin Christiane Heiß (Grüne) vor. Da deswegen künftig Autofahrer vermehrt in den Seitenstraßen nach Parkplätzen suchen werden, soll in dem angrenzenden Gebiet eine Parkraumbewirtschaftungszone eringerichtet werden. rad-ts.de

„Aus unserer Sicht besteht dafür keine Notwendigkeit“, sagte CDU-Fraktionschef Daniel Dittmar. Die Union plädiert stattdessen für einen Ausbau der Nebenrouten für Radstrecken. Zudem wertet die Union die Planungen als einen „Tiefschlag für den gebeutelten Handel“ am Standort Tempelhofer Damm.

Unfälle auf dem T-Damm. Laut Angaben des Netzwerks hat es von Oktober 2017 bis September 2020 37 Unfälle mit Radfahrern gegeben. 20 Menschen wurden leicht verletzt, eine Person schwer. „Wo blieben die konstruktiven Vorschläge der CDU für mehr Verkehrssicherheit und für eine Aufwertung des Handelsstandorts?“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

Unzufrieden ist auch die SPD. Sie hält die geplante Parkraumbewirtschaftungszone für zu groß. Diese soll sich im Westen bis zur S-Bahntrasse erstrecken, im Osten bis zur Komturstraße. Die Sozialdemokraten fordern stattdessen, dass die Zone im Westen lediglich bis zur Manteuffelstraße reichen soll, im Osten bis zur Felixstraße. „Die SPD-Fraktion erwartet nicht, dass Verdrängungseffekte durch Parkplatzsuchende über die Felix- und Manteuffelstraße hinaus reichen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung zu einem entsprechenden Antrag für die BVV. Dies ließe sich durch eine spätere Einbeziehung dieser Bereiche überdies korrigieren. spd-fraktion-tempelhof-schoeneberg.de

  • Lesetipp. Wie geht man damit um, wenn ein enger Angehöriger als Radfahrer bei einem Unfall stibt? Mein Kollege Stefan Jacobs hat darüber mit Sabine S. gesprochen, deren Mann vor einem Jahr am Savignyplatz in Charlottenburg von einem Raser totgefahren wurde. Der Fahrer eines BMWs mit 625 PS war ihm mit einer Geschwindigkeit von mehr als 80 Stundenkilometern von hinten ins Fahrrad gefahren. Lesen Sie hier die Geschichte bei T+, dem digitalen Premiumbereich des Tagespiegels (dort finden Sie auch das Probeabo). Einen Überblick über aktuelle Artikel bei T+ gibt es hier: tagesspiegel.de/plus