Namen & Neues

Wo kann man, wenn man muss: Neue Toiletten für den Bezirk

Veröffentlicht am 15.06.2021 von Sigrid Kneist

14 neue öffentliche Toiletten sollen im Bezirk gebaut werden. Einige von ihnen stehen, andere sind im Bau. Für zwei von ihnen werden noch die geeigneten Standorte gesucht. In Schöneberg regt sich jetzt Widerstand gegen einen Standort nahe dem Bayerischen Platz. Die sogenannte Modultoilettenanlage soll nämlich nicht direkt am Platz gebaut werden, sondern in der Stübbenstraße, einer Querstraße zu Grunewaldstraße. Direkt am Wendekreis der Sackgasse. Anwohner haben sich bereits an Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) gewandt, da sie eine öffentliche Toilette in einer Wohnstraße für nicht angemessen halten. Benötigt würde diese vielmehr direkt am Platz, wie die Anwohner es auch mir schrieben.

So kam es zu dem Standort. Eine Toilettenanlage direkt am Bayerischen Platz zu installieren, sei nicht möglich, teilte mir Oltmann mit. Unter dem Platz lägen Leitungen und die Versorgungseinrichtungen der U-Bahn: „Bei einer solchen Infrastruktur unter der Erde kann aus technischen Gründen darüber kein Toilettenstandort installiert werden.“ Außerdem gab es Bedenken wegen des Denkmalschutzes. Der U-Bahnhof, der Bayerische Platz an sich, das Löwendenkmal sowie ein Verwaltungsgebäude und ein Mietshaus stünden unter Denkmalschutz. In der Stübbenstraße gebe es seitens des Denkmalschutzes keine Bedenken. Auch der nördliche Bereich des Platzes sei wegen des dortigen Baumbestands keine Alternative. Bei den Bäumen in der Stübbenstraße handle es sich um Kirschbäume, die ohnehin „trockenheitsstressanfällig“ seien. Diese Bäume sollen ersetzt werden, allerdings nicht mehr durch Kirschen.

Die 11 anderen festgelegten Standorte: Marienhöhe, Dennewitzstraße, Rohrbeckstraße, Friedhof Eythstraße, Heidefriedhof, Spielplatz Ekensunder Platz, Spielplatz Bornstraße, Spielplatz Wartburgplatz, Spielplatz Viktoria-Luise-Platz, Katzlerstraße, Rudolph-Wilde-Park.

Mit Einblick. Übrigens: An der Stübbenstraße gehört auch ein mehr oder weniger offenes Pissoir zu der Anlage; so will man das Wildpinkeln verhindern. An vielen anderen Standorten in der Stadt rief dieses Modell erheblichen Unmut hervor: Es bot zu viel Einblick. Heftig diskutiert wurde auch über die Toilettenanlage nahe dem Hans-Rosenthal-Platz, die direkt neben dem Kinderspielplatz liegt. Das Pissoir liegt zwar zur gegenüberliegenden Seite, aber dort ist zumindest eine Eisdiele, von der man auf die Benutzer blicken kann. Die Toilettenanlage liegt auf Wilmersdorfer Gebiet. Der Nachbarbezirk will jetzt einen Sichtschutz installieren.