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Bürokomplex in der Passauer Straße: Ausschuss stimmt Bebauungsplan zu

Veröffentlicht am 19.04.2022 von Sigrid Kneist

Vor fünf Jahren hat die österreichische Signa-Gruppe die ersten Planungen für einen großen Geschäfts- und Bürogebäudekomplex an der Passauer Straße gegenüber vom KaDeWe vorgestellt. Die Bezirksverordneten entscheiden nun auf ihrer nächsten Sitzung über den Bebauungsplan. Mit ihrer Zustimmung ist zu rechnen, denn die entsprechende Vorlage passierte am vergangenen Mittwoch den Stadtentwicklungsausschuss mit großer Mehrheit. Lediglich die Linke stimmte im Ausschuss gegen den Bebauungsplan 7-89 VE. Der Signa-Gruppe gehört der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Konzern, sie ist zudem Miteignerin des KaDeWe.

Büros statt Autos. Auf dem Grundstück stand früher das große Parkhaus P1 des KaDeWe mit rund 700 Stellplätzen, zu denen eine Fußgängerbrücke vom Kaufhaus führte. Zur Passauer Straße hin wird sich ein sechsstöckiger Bau inklusive eines zweigeschossigen Sockels erstrecken. Im Inneren des Grundstücks soll ein zwölfgeschossiger Hochhausturm gebaut werden. Bei der Vorstellung der Baupläne 2017 wurde ein Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro genannt; diese Summe wird inzwischen erheblich höher sein. Außerdem ging man seinerzeit davon aus, dass das Projekt bis 2022 beendet sein würde. Jetzt rechnet man damit, dass das Gebäude Ende 2024 fertig sein wird.

Gebaut wird schon. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wird derzeit die Baugrube für die Tiefgarage in der sogenannten Deckelbauweise hergestellt. Dabei übernehmen die späteren Decken der Untergeschosse, die sogenannten Deckel, bereits während der Aushubphase die aussteifende Funktion für die Baugrube. So gräbt sich die Baustelle unter dem Schutz der Decken Stück für Stück nach unten. Aktuell hat die Herstellung des Deckels über dem fünften Untergeschoss begonnen. Dann kann der letzte Aushubschritt erfolgen. Ab August soll die Bodenplatte hergestellt werden.

Trumpf des Bezirks. Im Sommer 2020 ließ der damalige Baustadtrat und heutige Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) das Bebauungsplanverfahren stoppen. Hintergrund dieses Konflikts war die Drohung des Konzerns, fast alle Kaufhausfilialen zu schließen. Der Bezirk nahm daraufhin – wie ich damals berichtet habe – den Standpunkt ein, wenn der Konzern andere Prioritäten statt der Erhaltung der Arbeitsplätze und der Sicherung des Geschäftsstandorts Tempelhof setzt, dann hat eben auch der Bezirk andere Schwerpunkte, solche dringlichen wie den Wohnungsbau etwa. Auch das Karstadt-Warenhaus am Tempelhofer Damm stand auf der Schließungsliste. Nachdem das Kaufhaus gerettet war und damit die Arbeitsplätze gesichert, wurde das Bebauungsplanverfahren wieder aufgenommen.

Simulation: Signa Real Estate