Sport

Veröffentlicht am 16.04.2019 von Sigrid Kneist

Kaum war das Spiel zwischen der zweiten Mannschaft des FC Internationale und des Vereins Anadoluspor, das Inter mit 3:0 gewann, auf dem Sportplatz an der Monumentenstraße abgepfiffen, da kam es zu gewalttätigen Attacken. „Nach der Verabschiedung schien der Nachmittag beendet, doch plötzlich flogen von Anadolus Seite die Fäuste, ein Gäste-Spieler verteilte mehrere Kung-Fu-Tritte gegen Inter-Spieler, selbst Gäste-Zuschauer mischten mit“, heißt es auf der Internetseite vom FC Internationale. Der Inter-Trainer habe das einzig Richtige getan, nämlich die Polizei gerufen. Diese sei mit fünf Wagen gekommen. Auch ein Rettungswagen kam, um Platzwunden zu versorgen. „Ob es zivilrechtliche Klagen geben wird, steht noch nicht fest. Der Präsident von Anadoluspor kam zum Inter-Vorstand und entschuldigte sich. Er war selbst total entsetzt und teilte das auch seinen Spielern mit“, schreibt der Inter-Vorsitzende Gerd Thomas. Gleichzeitig wandte er sich entschieden gegen rassistische Kommentare, die nach einem ersten Bericht auf dem Fußballportal Fupa.net auf Facebook geschrieben wurden: „Es waren nicht DIE Türken, nicht DIE Ausländer! Die Gewalt ging von ein paar Menschen aus, die wir auf dem Fußballplatz nicht gebrauchen können.“

Das Fußballportal Fupa.net hatte am Montag zunächst eine im Tenor ähnliche Zusammenfassung der Ereignisse geliefert wie der FC Internationale. Stunden später gab es eine neue Version. Begründung: „Nach weiteren Zeugenaussagen sieht der Sachverhalt auf einmal anders aus.“ Danach seien die Provokationen von der Heimmannschaft und die Aggression vom Bruder eines Inter-Spielers ausgegangen. Dieser habe in einer Diskussion einem Anadoluspor-Spieler einen Faustschlag versetzt. Das habe wohl die Situation bei Spielern und Zuschauern der Gästemannschaft eskalieren lassen. Meine Anfrage um eine Stellungnahme vom Anadoluspor-Vorstand wurde leider nicht beantwortet. Inter-Vorsitzender Thomas bleibt bei seiner Darstellung, dass sein Team sich „absolut deeskalierend“ verhielt.

Beim Berliner Fußballverband hieß es, dass man in Fällen wie diesen auf den Schiedsrichterbericht warte und dann ein Sportgerichtsverfahren eröffne. Das gehe meist sehr schnell. Als Sanktionen könnten Geldstrafen gegen die Vereine, deren Mannschaften oder Anhänger Gewaltvorfälle ausgelöst haben, verhängt werden. Auch könnten Spieler oder bei ganz schweren Vorkommnissen gesamte Mannschaften gesperrt werden, sagte eine Sprecherin.

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