Sport

Veröffentlicht am 26.04.2022 von Sigrid Kneist

Kicken endlich mit Toren. Die Freude beim Friedenauer Sportverein Kiezmove ist groß. Endlich können die Kinder und Jugendlichen auf dem Sportplatz an der Friedrich-Bergius-Schule am Perelsplatz in Friedenau vernünftig Fußball spielen, wie ein Video auf Facebook zeigt. Zum Kicken gehört nämlich auch, dass man Tore schießen kann. Das tat man dort zwar auch bisher, aber eher im übertragenen Sinn. Es durften auf dem Platz nämlich jahrelang keine Tore aufgestellt werden. Stattdessen markierten sogenannte Pylone – das sind die Absperrhütchen im Straßenverkehr – die Abgrenzungen der Tore.

Der frühere Sportstadtrat Oliver Schworck (SPD) begründete dies stets damit, dass der Platz eigentlich gar kein Sportplatz sei, sondern der Schulhof der Bergius-Schule und dass die Verletzungsgefahr zu groß sei, wenn dort Tore stünden. Außerdem sei der Hof auch kein Platz, der nach den Sportanlagen-Nutzungsvorschriften vergeben werde. Dazu gab es jedoch anders lautende Beschlüsse der Bezirksverordneten und des Kinder- und Jugendparlaments.

Dauernde Querelen. Dies führte zu ständigem Verdruss des Vereins, der die Haltung des Stadtrats immer wieder stark kritisierte. Der jetzige Sportstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für die CDU) hat eine andere Herangehensweise. „Der Verein leistet gute Jugendarbeit, und es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, den Kunstrasenplatz nicht zum Training zur Verfügung zu stellen“, sagte Dollase. „Sport ist mir ein großes Anliegen, nicht nur jetzt nach zwei Jahren Pandemie, in denen Kinder viel Zeit zu Hause verbracht haben, ganz besonders. Der Platz wurde nach den geltenden Sportanlagennutzungsvorschriften vergeben, dementsprechend können dort auch Tore genutzt werden.“

Per Vereinbarung. Der Sportstadt unterzeichnete eine Nutzungsvereinbarung. Diese erlaubt dem Verein die Nutzung sowohl für den Sport als auch für die freie Jugendfreizeit. Denn Kiezmove ist nicht nur ein Sportverein, sondern auch ein Träger der freien Jugendhilfe, wie der Vereinsvorsitzende Sebastian Howe sagt. Der Verein sei erleichtert, dass die Zeit der Blockade durch den früheren Stadtrat beendet sei. Jetzt gebe es einen regulären Nutzungsvertrag; zugesagt sei auch, dass Toiletten benutzt werden können. An diesem Dienstag findet das erste reguläre Training dort statt. Allerdings ist die Möglichkeit, auf dem Platz trainieren und spielen zu können, zeitlich begrenzt. Denn auf dem Areal soll eine Sporthalle gebaut werden, die in Friedenau ebenso dringend benötigt wird. Im ganzen Bezirk gibt es nicht genügend Sportanlagen, in diesem Ortsteil ist das Problem besonders groß.

Starke Kritik. Diese hatte der Verein noch im März erhoben. Da wurde der Kunstrasenplatz als Parkplatz für eine TV-Produktion genutzt, wie Bilder zeigten. „Trotz großem Bedarf für den Jugendsport in diesem engen Stadtteil in Friedenau. Und nach der Coronazeit. Wer ist verantwortlich, Jugendinteressen in unserer Bezirksregierung zu vertreten? Das klappt deutlich nicht!“, schrieb der Verein auf seiner Facebook-Seite. Das gehe so nicht weiter. Man wolle das Gespräch mit Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) suchen.

  • Unterstützung notwendig. Der VfL Lichtenrade sucht in diesem Jahr wieder jemanden, der sein freiwilliges soziales Jahr dort absolvieren möchte. Der Verein braucht Unterstützung bei den alltäglichen Aufgaben in der Geschäftsstelle und den elf Abteilungen. Infos findet man hier: twitter.com
  • Und noch mehr Kiezsport: Auf unserem Twitter-Kanal finden Sie regelmäßig aktuelle Nachrichten aus dem Sport der Berliner Bezirke: @TspLeuteSport