Kiezgespräch

Veröffentlicht am 02.01.2018 von Sigrid Kneist

Behördenposse, Verbandsfarce – andere Begriffe fallen mir kaum ein bei dem jahrelangenTheater um das Baumhaus in der Schöneberger Kolonie Samoa. Jahrelang kämpfte die Familie Piacentini für ihr in der Baumkrone angelegtes, kleines Bauwerk und gegen Engstirnigkeit in Verwaltung und Kleingärtnerverband. Am 31. Dezember hatten die Piacentinis genug von diesem Gezerre und verabschiedeten sich von dem liebgewordenen Baumhaus, in dem zeitweilig auch ein Eichhörnchen Unterschlupf und seinen Kobel dort gebaut hatte, und rissen es Latte für Latte ab. Sie wollen nicht im Zorn zurückblicken, sondern freuen sich über die Jahre, in denen ihre Kinder dort toben und feiern konnten, sie selber viel Zuspruch für ihr Engagement erhielten.

Mit ihrer Aktion kam die Familie  dem Kleingartenverband zuvor, der eine Frist bis zum 10. Januar gesetzt hatte und anschließend selber dem Häuschen zu Leibe rücken wollte. Die Gartenzwerge in der Umgebung fragen sich jetzt kopfschüttelnd, ob die Verantwortlichen wirklich alle Latten am Zaun hatten.

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