Kiezgespräch

Veröffentlicht am 27.08.2019 von Sigrid Kneist

Manche Dinge muss man nicht verstehen: Seit Jahrzehnten sitzt der polizeiliche Staatsschutz in Berlin (das ist die Abteilung im Landeskriminalamt, die sich um Straftaten mit politischem Hintergrund kümmert) in einem Gebäude am Tempelhofer Damm / Bayernring – mit integrierter Tankstelle und Waschstraße. Werden viele kennen: Gleich gegenüber liegt der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof. Spätestens seit dem 11. September 2001 empfanden dieses viele der dort arbeitenden Beamten als ein extremes Sicherheitsrisiko. Denn man kann sich vorstellen, wie einfach es dort wäre, einen verhängnisvollen Anschlag auf eine prestigeträchtige Polizeieinheit zu begehen. Aber die Bedenken wurden über die Jahre hinweg ignoriert.

Jetzt aber ist es soweit. Die Tankstelle wird geschlossen. Der Pachtvertrag läuft Ende September aus. Aber nicht wegen Sicherheitsbedenken, sondern „wegen der anhaltenden Lärm- Geruchsbelästigungen“, wie eine Polizeisprecherin mitteilt. Der Pächter weist seine autofahrenden Kunden auf Schildern darauf hin, dass sie die Zapfsäulen bald nicht mehr werden anfahren können. „Wir sind sehr froh, dass diese gigantische Sicherheitslücke am Bayernring endlich geschlossen wird. Eine Tankstelle im Gebäude des Staatsschutzes ist an Fahrlässigkeit kaum zu übertreffen“, sagte der Sprecher der Polizeigewerkschaft GdP, Benjamin Jendro.

Die Planungen für die Nachnutzung der Gebäudefläche sind laut Polizei noch nicht abgeschlossen Die Behörde bräuchte auf jeden Fall mehr Platz, denn die derzeitigen Räume des Staatsschutzes sind an diesem Standort alles andere als ausreichend. – Text: Sigrid Kneist
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg entnommen. Den – kompletten – Bezirksnewsletter, den wir Ihnen kompakt einmal pro Woche schicken, gibt es unkompliziert und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de.

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