Kiezgespräch

Veröffentlicht am 17.09.2019 von Sigrid Kneist

Heilige Nacht, stille Nacht – auch in Berlin. Am kommenden Montag ist Herbstanfang. Noch ein Wimpernschlag – und dann ist Weihnachten. Wie schnell die Zeit bis dahin vergeht, zeigen uns die ersten Lebkuchen und Spekulatius, die seit einigen Wochen in den Regalen stehen. Auch die Bezirkspolitiker werden sich in der BVV am Mittwoch mit Weihnachten beschäftigen. Die SPD hat einen Antrag eingebracht, dass die Straßen rund um das Rathaus Schöneberg und den John-F.-Kennedy-Platz am Heiligabend für die Zeit des traditionellen Weihnachtssingens für den motorisierten Verkehr gesperrt werden sollen. „Bisher ist das einzig Störende an der Veranstaltung der Verkehrslärm“, sagt der SPD-Bezirksverordnete Axel Seltz.

Ein bisschen mehr Besinnlichkeit als bisher wünscht sich auch die CDU. Ein Fahrverbot während des Singens lehnt sie aber ab. In einem Änderungsantrag schlägt die Union vor, das Singen entweder ins Rathaus oder in den Rudolph-Wilde-Park zu verlegen. Sollte dies nicht möglich sein, schlägt die CDU eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern vor.

Und auch eine Woche nach dem Heiligen Abend soll es in Schöneberg ruhiger werden. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat in der vergangenen Woche für das Gebiet um die Pallasstraße/Steinmetzstraße zum Jahreswechsel ein Böller- und Raketenverbot verhängt. In den vergangenen Jahren hatte es dort immer wieder heftige Attacken mit Pyrotechnik auf vorbeifahrende Autos und auch auf Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr gegeben. Bei der Polizei ist das Böllerverbot nicht unumstritten. Es gebe Bedenken, „ob Gruppen extra in die Verbotszonen kommen, um die Polizei zu provozieren, oder ob sie sich einfach an anderen Orten in der Stadt für ihre Pyro-Schlachten treffen werden“, schreibt mein Kollege Alexander Fröhlich.

Die bezirkliche CDU hat sich schon seit einiger Zeit dort für ein Böllerverbot eingesetzt. „Seit Jahren müssen wir leider in bestimmten Kiezen in Berlin beobachten, wie die Silvesternacht von manchen Personen missbraucht wird, um mit Feuerwerk und sonstigen Knallkörpern gefährlichen Vandalismus auszuleben“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt. Aber nicht nur zu Silvester knallte es in den letzten Jahren an der Pallasstraße. Auch zu Halloween (Nacht zum 1. November) gab es im vergangenen Jahr dort Ausschreitungen mit Pyrotechnik. – Text: Sigrid Kneist
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