Kiezgespräch

Veröffentlicht am 08.10.2019 von Sigrid Kneist

Zeit des Protests. In dieser Woche machen vor allem die Klimaaktivisten von „Extinction Rebellion“ mit Aktionen und Blockaden von zentralen Plätzen und Verkehrsknotenpunkten in der Stadt wie dem Großen Stern oder dem Potsdamer Platz von sich reden. Der Klimawandel ist ein globales Thema.

Wohnungsnot und Gentrifizierung. Diese Probleme gibt es in anderen Städten natürlich auch. Aber sie werden in der Regel stark lokal empfunden, sind oft sehr konkret. Menschen haben Angst, dass sie sich schon in naher Zukunft das Wohnen in ihrer bisherigen Umgebung nicht mehr leisten können.

Kreative Aktion. Eine Gruppe, die sich „Anonyme Anwohnende“ nennt, ruft für Mittwoch, 9. Oktober zu einem Projekt der politischen Kunst auf: um 17 Uhr im Gleisdreieckpark, nahe dem Brauereirestaurant BRLO. Zu den „Anonymen Anwohnenden“ zählen sich nach eigener Aussage „Künstler*innen, Urbanist*innen, Architekt*innen, und Mieter*innen“, die sich erstmals im Juni getroffen haben und der prekären Wohnraumsituation etwas entgegensetzen wollen: „Wir informieren, protestieren, trainieren und transformieren.“

A place to call home nennen sie die künstlerische Aktion mit einer „dezidiert politischen Dimension“:  Auch Bauprojekte wie hier im Park am Gleisdreieck würden hinterfragt. Nach einem Test – „Welcher Wohntyp bist Du?“  –  werde man auf eine kleine Reise in das Heim der Zukunft geführt, wie es einem die großen Immobilienfirmen anpreisen. „Zuhause ist kein Ort, es ist ein Gefühl. Für Ihr Zuhause von morgen brauchen Sie keinen Raum, nur das pure Gefühl von Sicherheit, Qualität und Ästhetik.“ Klingt nach dem Spruch des Politkabarettisten Wolfgang Neuss: „Heute mache ich mir kein Abendbrot, heute mache ich mir Gedanken.“

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