Kiezgespräch
Veröffentlicht am 15.06.2021 von Sigrid Kneist
Pflanzen, Pflaster, Poller. In der Schöneberger Vorbergstraße deutet sich wieder ein Rosenkrieg an. Besser gesagt, ein Stockrosenkrieg. Auf einer Strecke von gut 50 Meter wachsen an den Pollern, die das Parken auf dem Bürgersteig verhindern sollen, wieder kleine Pflänzchen. Einige sind noch winzig, andere sind schon pollerhoch gewachsen. man sieht es an der Blättern, es sind Stockrosen. Und diese können mannshoch und üppig ausladend werden. Im vergangenen Jahr hat es viel Aufregung darum gegeben, als das Bezirksamt sie entfernte, als sie gerade in voller Blüte standen. Lesen Sie hier meinen Bericht von damals. So weit soll es in diesem Jahr nicht kommen. Die für Straßen und das Grün zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) postete selber auf Instagram Bilder der Pflänzchen und erklärte, warum der schmale Bürgersteig nicht der geeignete Ort sei, um dort Blumen zu pflanzen: „Die Sicherheit für zu Fuß Gehende erfordert hier den ganzen Gehsteig. Es ist ohnehin sehr eng.“
Wie geht’s weiter? „Wir haben die Pflanzen jahrelang geduldet“, sagt Heiß. Aber im vergangenen Jahr sei die Standfestigkeit einiger Poller nicht mehr gegeben und die Pflastersteine, zwischen denen die Blumen gesetzt wurden, seien zu Stolperfallen geworden. Diese Stelle sei für Urban oder Guerilla Gardening, so schön es vielleicht auch aussehe, einfach ungeeignet. Klar sei auch, dass man die Stockrosen am Straßenrand diesmal nicht so lange stehen lassen werde. Wenn man die Pflänzchen erhalten wolle, solle man sie an einen anderen Ort verpflanzen. Heiß will mit dem Hobbystraßengärtner, der zudem Vorgärten in der Straße üppig bepflanzt hat, ins Gespräch kommen. „Auch bei uns im Bezirk gibt es genug Flächen, die für Urban Gardening geeignet sind“, sagt Heiß.
So macht man es richtig. Überall im Bezirk bepflanzen Anwohner beispielsweise Scheiben um die Straßenbäume herum. Am besten sei, wenn man dazu eine Pflegevereinbarung mit dem Bezirk abschließt, sagt Heiß. So sei dann geklärt, wer sich darum kümmert. Auf der Internetseite des Bezirks kann man einen Antrag dafür stellen. Dort wird auch erklärt, was beachtet werden muss – auch im Sinne der Straßenbäume. Pflanzen dürfen beispielsweise nicht höher als 50 Zentimeter sein, damit die Sicht der Verkehrsteilnehmer nicht beeinträchtig wird. Stockrosen wären auch auf Baumscheiben also die falschen Blumen.
Erwünschtes Engagement für das Straßengrün. Geradezu erbeten ist die Hilfe der Anwohnerinnen und Anwohner, wenn es um die Straßenbäume geht. Sie brauchen Wasser. Wie Sie die Bäume richtig versorgen, erfahren Sie hier.