Kiezgespräch

Veröffentlicht am 06.07.2021 von Sigrid Kneist

Stockrosen und der Bürgersteig. Inzwischen sind die Stockrosen an der Vorbergstraße, über die ich vor drei Wochen berichtet habe, schon hochgeschossen und blühen kräftig. Lange werden die Blumen, die auf dem Bürgersteig nahe der Gehwegkante direkt an den Pollern gesetzt wurden, wohl nicht mehr bleiben. Eine Gartenbaufirma sei schon beauftragt, die Pflanzen zu beseitigen, so schön die Blumen auch seien, heißt es im Bezirksamt. „Es ist einfach die falsche Stelle für Urban Gardening“, sagt die für Grün und Straßen zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne).

Alternative angeboten. Der Bürgersteig sei auf diesen rund 50 Meter langen Stück einfach extrem schmal, ungefähr 1,50 Meter. Sie habe schon Beschwerden von Anwohnern erhalten; besonders für mobilitätseingeschränkte Menschen werde es dort sehr eng. Heiß weiß, dass sie mit der Beseitigung der Pflanzen bei vielen Schönebergern keinen Blumentopf gewinnen kann. Da müsse man dann eben durch, sagt sie. Mit dem gärtnernden Anwohner sei bereits gesprochen worden, ihm seien auch andere Flächen zum Gärtnern und eine entsprechende Pflegevereinbarungen angeboten worden. Auch Heiß selber möchte noch einmal das Gespräch suchen. Der Mann habe jetzt für die Blumen eine Sondernutzungsgenehmigung beantragt. Aber an diesem Ort sei es schlichtweg unmöglich.

Ein Konflikt mit Ansage. Im vergangenen Jahr hatte es erhebliche Aufregung gegeben, als das Amt die Blumen hatte beseitigen lassen, als sie gerade in voller ausladender Größe und Blüte standen. Das wird es auch jetzt geben. In sozialen Medien waren schon Fotos zu sehen mit der Frage „Wie lange noch?“. Auf Instagram hatte Heiß angekündigt, dass die Stockrosen auch in diesem Jahr nicht geduldet werden könnten. Sie forderte Pflanzenfreunde auf, die Blumen zu retten, indem man sie an einen anderen Ort pflanzt. Aber daran war das Interesse wohl gering.