Kiezgespräch

Veröffentlicht am 30.05.2023 von Sigrid Kneist

Wo ist das Klo? Dieser Frage will ein Antrag nachgehen, den die Grünen in diesem Monat in die BVV einbrachten. Er hat natürlich keinen banalen, aktuellen Anlass, vielmehr soll der Verbleib der historischen, denkmalgeschützten Bedürfnisanstalt unter dem U-Bahnhof Bülowstraße geklärt werden. Laut Grünen war das Toilettenhaus 2004 von der Firma Wall demontiert worden. Danach habe man nie wieder etwas davon gesehen, obwohl es die Auflage für das Unternehmen gab, das Häuschen zu sanieren. Vor zwei Wochen habe ich hier darüber geschrieben. Die BVV überwies den Antrag bei ihrer letzten Sitzung an den Ausschuss für Stadtentwicklung.

Blick zurück in die Firmengeschichte. Ich habe eine Anfrage bei der Firma Wall gestartet. Dort musste man erst einmal ein bisschen suchen, denn der gesamte Sachverhalt reicht 30 Jahre zurück. 1993 wurde der sogenannte Toilettenvertrag zwischen Senat und Wall geschlossen. Und siehe da, das Unternehmen konnte jetzt klären, wo die Toilettenanlage geblieben ist. Ein Sprecher teilte mir mit, dass Wall, BVG und Bezirksamt sich 1998 darauf geeinigt hatten, die Anlage aufgrund des schlechten baulichen Zustands nicht mehr zu betreiben, dass sie abgebaut und von der Firma eingelagert werden sollte. Im Jahr 2020 habe man zum letzten Mal Kontakt mit dem Land Berlin sowie dem Landesdenkmalamt in dieser Sache gehabt. Damals ging es um die Besichtigung von eingelagerten Teilen historischer Bedürfnisanstalten. Das Unternehmen hätte wohl nichts dagegen, sich von diesen Relikten zu trennen. In der Antwort auf meine Anfrage heißt es nämlich: „Gern stellen wir dem Landesdenkmalamt die verbliebenen Einzelteile der Bedürfnisanstalt U-Bahnhof Bülowstraße zur Verfügung.“