Unser Tipp für Sie

Veröffentlicht am 18.01.2022

Erinnerung an die Zwangsarbeiterlager. Überall in Berlin entstanden vor 80 Jahren, im Jahr 1942, Unterkunftslager für Zwangsarbeiter. Mit der zunehmenden Dauer des Krieges wuchs der Arbeitskräftebedarf der deutschen Wirtschaft enorm. Zwangsarbeit war ein Massenphänomen, so schreibt es das „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“. Die Nazis schufen im  März 1942 eine zentrale Behörde namens „Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“, um die Verschleppung von immer mehr Menschen effizienter zu organisieren. In allen Bezirken fanden sich solche Lager, direkt vor den Augen der Berliner. Mit der Aufarbeitung dieser Verbrechen wurde erst spät begonnen. Um daran zu erinnern, finden vom 20. Januar an Veranstaltungen – Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen – in allen zwölf Bezirken und in Zusammenarbeit mit den bezirklichen Museen statt. Im Mittelpunkt stehen Orte der Zwangsarbeit, die erst kürzlich „neu entdeckt“ wurden. Den Auftakt macht eine Online-Podiumsdiskussion für den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf statt, der man online folgen kann. (20. Januar, 18 Uhr) Infos und Einwahldaten finden Sie hier: ns-zwangsarbeit.de

Flughafen Tempelhof und Rüstungsindustrie. Auch in unserem Bezirk muss noch eine Menge Erinnerungsarbeit in dieser Hinsicht geleistet werden, denn auch hier lebten viele Zwangsarbeiter in Lagern, vor allem für die Industriebetriebe im Süden, die zumeist für die Rüstungsindustrie aktiv waren. Große Zwangsarbeiterlager waren beispielsweise am Flughafen Tempelhof; der Schwerbelastungskörper in der General-Pape-Straße, mit dem die Nazis die Tragfähigkeit des Bodens für ihre monströses Hauptstadtprojekt Germania testen wollten, wurde von Zwangsarbeitern gebaut. An der Großbeerenstraße in Mariendorf steht noch eine einstige Baracke für die Zwangsarbeiter der dortigen Askania-Werke. Aber vielerorts sind die Spuren verblasst, gibt es keine Erinnerungen.

Sämtliche Termine für die Veranstaltungsreihe finden Sie hier: ns-zwangsarbeit.de Zum Vormerken: Die Veranstaltung in Tempelhof-Schöneberg wird am 14. Juli, 18 Uhr, im Schwerbelastungskörper stattfinden.