Nachbarschaft

Veröffentlicht am 28.04.2020 von Sigrid Kneist

Stefan Bruns, Leiter des Amts für Kultur und Weiterbildung in Tempelhof-Schöneberg

Wann geht es in den Bibliotheken und Museen wieder los? Welche Häuser werden geöffnet? Am 11. Mai geht‘s wieder los – wenn der Hygieneschutz steht. Die Bibliotheken planen einen Ausleihbetrieb mit nur wenigen Flächen, Öffnungszeiten und für kurze Verweildauer. Erstmal gilt das für unsere beiden großen Standorte: die Bibliotheken in der Tempelhofer Götzstraße und in der Schöneberger Hauptstraße. Die Kommunalen Galerien zeigen drei neue Ausstellungen, die ursprünglich bereits ab März präsentiert werden sollten. Anstelle von großen Eröffnungen werden wir Kleingruppen-Veranstaltungen und Führungen anbieten, sowie Information und Gesprächsangebote für unser Publikum.

Welche Vorbereitungen müssen dafür getroffen werden? Wir werden nur gezählte Besucher*innen gleichzeitig einlassen, Plexiglaswände aufstellen, Reinigungsdienste einrichten. Alle müssen die Abstandsregeln einhalten. Mitarbeitende und Besucher*innen sollen geschützt sein.

Dürfen die Besucher sich in Bibliotheken Ihre Bücher selber aussuchen? Oder wie wird die Ausleihe funktionieren? Unter voebb.de oder telefonisch (030/90277-6136 oder -4574) kann man Bücher und Medien bestellen und dann abholen. Wer noch keinen Ausweis hat, kann sich online anmelden. Am Standort Tempelhof bieten wir einen kleinen Bestand an aktuellen und neuerschienenen Medien an, darunter Kinder- und Jugendbücher – zum selber Aussuchen. Es wird aber noch ein großer Unterschied sein zum normalen Angebot in unseren Häusern.

Was gibt’s in den Museen zu sehen? Im Tempelhof Museum gibt es „Zoologische Ansichten“, Fotografien von (nomen est omen) Sabine Wild und Hildegard Ochse. Sie präsentieren ganz unterschiedliche Ansichten aus europäischen und asiatischen Zoos. Zoologische Gärten dienen ihnen als ein Ort, an dem Tiere gesammelt und ausgestellt werden, ähnlich wie in einer Kunstausstellung. Sie sind der Endpunkt in der Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Gibt’s eine besondere Neuigkeit zu entdecken? Zum ersten Mal können wir unsere Besucher in den renovierten und erweiterten Projektraum ins Haus am Kleistpark einladen. Wir zeigen dort „Log Book”, Fotografien des britisch-deutschen Fotokünstlers Mike Chick. Anhand des Royal Air Force Flugbuchs seines Vaters, das dessen Tätigkeit als Pilot im zweiten Weltkrieg dokumentiert, setzt er sich mit seiner persönlichen wie mit der jüngeren europäischen Geschichte auseinander.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn es wieder losgeht? Ganz viele Besucher*innen zu einer Ausstellungseröffnung live begrüßen zu können und ihr unmittelbares Staunen zu erleben. Außerdem endlich meine Mitarbeiter*innen wieder zu echten Besprechungen zu sehen. Ich habe ein bisschen genug von Videokonferenzen.

Haben Sie noch einen besonderen Tipp? Die positiven Seiten, die diese Krise ja auch hat, sich noch einmal richtig bewusst machen: die digitalen Lern-Fortschritte, die plötzlich alle gemacht haben, die größere Flexibilität, sich auf ganz unbekannte Situationen einzustellen, die Freude am persönlichen Gespräch, das so fehlt, spüren. Und ganz konkret: bitte unser Angebot, aktuelle Änderungen und Termine auf den Websites der Museen, der Stadtbibliothek und des Hauses am Kleistpark nachsehen. – Text: Sigrid Kneist
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