Nachbarschaft
Veröffentlicht am 22.08.2023 von Sigrid Kneist
Benni, Labradoodle, Schulhund an der Johanna-Eck-Schule, Tempelhof
Besuch auf vier Pfoten. Schon in den letzten Wochen des vergangenen Schuljahres tapste ein schwarz-weißes Fellbündel über die Flure der Johanna-Eck-Schule und zauberte vielen Schulangehörigen – Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und den anderen Beschäftigten – bei den Begegnungen ein Lächeln ins Gesicht. Das war sozusagen die schnüffelnde Eingewöhnung für den kleinen Labradoodle. Jetzt ist Benni gut ein halbes Jahr alt und mit dem neuen Schuljahr bereit für regelmäßigen Schulbesuch mit Einsätzen in der tiergestützten Pädagogik.
Wunsch nach einem Schulhund. Immer wieder mal war in der Vergangenheit an die Schulleitung und die Verwaltung der Tempelhofer Sekundarschule seitens der Schülerschaft der Wunsch herangetragen worden, ob es nicht einen Schulhund geben könnte. Die Schule sei offen dafür gewesen, sagt Verwaltungsleiter Axel Jürs. Eine der Voraussetzungen sei aber, dass eine Schüler- oder Lehrerfamilie den Hund stellen und für diesen auch aufkommen müsse. Die Schule übernehme nur Kosten, die mit seinen Einsätzen in der Schule in Verbindung stehen. Eine weitere Bedingung war zudem, dass die Familie auch damit umgehen muss, falls Schule und Hund nicht zueinander passen. Die damalige Acht- und jetzige Neuntklässlerin Marie-Jolie Wollradt und ihre Eltern konnten sich all dies vorstellen. Sie machten sich auf die Suche nach einem geeigneten Welpen. Und fanden bei einem Züchter Benni, den Labradoodle. Diese Mischung aus Labrador und Pudel, gilt als beliebter, unkomplizierter, fröhlicher und ausgeglichener Familienhund. Labradoodle werden inzwischen gezielt gezüchtet.
Tiergestützte Pädagogik wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Sie kann der emotionalen Unterstützung dienen. So kann bei Schwierigkeiten, mit anderen in Beziehung zu treten, über ein Tier auch ein besserer Zugang zu anderen Menschen erreicht werden. Das kann gerade für Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige oder emotional-soziale Entwicklung wichtig sein. Man kann über ein Tier Rücksichtnahme und Verantwortung lernen. Zeit mit dem Hund kann auch als Belohnung und Ermutigung eingesetzt werden. Natürlich bietet Benni sich ebenfalls für den naturwissenschaftlichen Unterricht an. Alle Einsätze mit ihm müssen sich auch an seinen Bedürfnissen, also dem Tierwohl, orientieren und finden in Absprache mit Marie-Jolie, seiner Hundeführerin, und den Pädagogen statt.
Wie oft Benni aktiv eingesetzt wird, ergibt sich im Schulalltag. Aber auch wenn er mal ohne weitere Aufgaben in der Schule präsent ist, kann das schon pädagogische Wirkung entfalten. Zwei Jahre steht Benni jetzt der Schule zur Verfügung, dann hat Marie-Jolie die zehnte Klasse beendet. Dass sie sich dann von ihrem Hund trennt und ihn einer anderen Familie übergibt, scheint aus heutiger Sicht ausgeschlossen. – Foto: Privat