Nachbarschaft

Veröffentlicht am 02.06.2026 von alexander conrad

Bedroht eine Großbaustelle das Lesbisch-schwule Stadtfest? Seit 33 Jahren feiert der Nollendorfkiez im Sommer das Lesbisch-schwule Stadtfest. Was einst klein begann, gilt heute als Europas größtes queeres Straßenfest. Nach Angaben der Veranstalter werden jährlich mehr als eine halbe Million Besucherinnen und Besucher erwartet. Doch wenige Wochen vor der diesjährigen Ausgabe am 18. und 19. Juli löst eine Großbaustelle im Herzen des Regenbogenkiezes Unmut aus.

Zwischen Fugger- und Winterfeldtstraße ist die Eisenacher Straße aufgerissen. Bauzäune, Container und Kräne versperren den Blick auf Cafés, Bars und Geschäfte. Eigentlich sollten die seit Oktober laufenden Arbeiten bereits Ende Mai abgeschlossen sein. Aufgrund von Verzögerungen wurde die Baustelle inzwischen jedoch bis Ende Juni verlängert. Hinzu kommen fünf private Hausbaustellen in den Seitenstraßen, die zusätzliche Flächen blockieren.

Der Queer-Beauftragte des Berliner Senats, Alfonso Pantisano (SPD), reagierte mit scharfer Kritik. In einem Instagram-Post sprach er von einem möglichen „organisatorischen Versagen“, sollte das Stadtfest durch die Baustellen beeinträchtigt werden. „Berlin kann sich nicht als Regenbogenhauptstadt feiern lassen und gleichzeitig zulassen, dass einer ihrer historisch wichtigsten queeren Orte durch schlecht koordiniertes Baustellenmanagement lahmgelegt wird“, sagte er. Besonders Gewerbetreibende litten unter Absperrungen, Lärm und Unsicherheit mitten in der Außensaison.

  • Wie sich die Veranstalter des Straßenfestes und Stadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) zum Stand der Großbaustelle äußern und welche zusätzlichen Probleme die vielen Privatbaustellen bereiten, erfahren Sie in meinem kompletten Text.