Intro

von Fabian Schmidinger

Veröffentlicht am 28.05.2018

viel demonstriert wurde dieses Wochenende in Berlin: Los ging’s mit der Kitakrisen-Demo am Samstag, die 3500 Eltern und Kinder auf die Straßen zog. Bei der „Kidical Mass“ waren laut dem Netzwerk Fahrradfreundliches Treptow-Köpenick 501 Kinder und Erwachsene auf Fahrrädern im Nachbarbezirk Neukölln unterwegs. „Kinder brauchen dringend mehr Schutz im Straßenverkehr“, meint Jens Blume. Er war mit seinen beiden Töchtern dabei. Besonders hielt am Sonntag die AfD-Demo zur „Zukunft Deutschlands“ die Stadt in Atem. Auch die AfD Treptow-Köpenick hatte ihre 130 Mitglieder aufgefordert teilzunehmen. Wie viele davon kommen würden, konnte mir Alexander Bertram (AfD) am Freitag nicht sagen. Insgesamt blieben jedoch viele Menschen der AfD-Demo fern. Statt der angemeldeten 10.000 waren es am Ende nur 2.500.

Die Gegendemonstration mit mehr als 25.000 Menschen war personell weit in der Überzahl – und auch deutlich lauter. Mit einer großen Party, die manche an die Loveparade erinnerte, protestierten 13 Demos unter dem gemeinsamen Motto „Stoppt den Hass der AfD“. Slogans wie „Kein Platz für die AfD“, „Von Hitler zu Höcke“ oder einfach nur „Friede Freude Eierkuchen“ zierten die Plakate.

Auch die Berliner Clubcommission hatte unter dem Motto „AfD wegbassen“ zur Gegendemonstration aufgerufen. Dabei beteiligten sich auch Clubs aus Treptow, wie die Arena Berlin oder der Festsaal Kreuzberg (die gleich als neue Nachbarn vorgestellt werden). „Berlins Clubkultur ist alles, was die Nazis nicht sind und was sie hassen: Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner“, schrieben die Veranstalter*innen auf Facebook.

Sogar die Spree wurde für eine Demo auf dem Wasser gesperrt. Vom Hauptbahnhof zur Mühlendamm-Schleuse durften keine Ausflugsdampfer mehr fahren, einige Reedereien waren darüber nicht begeistert: „Uns entgehen an dem Sonntag rund 10.000 Euro“, sagte Frank Westphal von der Berliner Wassersport und Service GmbH. Vom Hafen Treptow gingen die meisten Schiffe also Richtung Müggelsee – außer die rund 20 Demoboote, die Richtung Oberbaumbrücke und Hauptbahnhof schipperten.

Fabian Lion Schmidinger ist Praktikant im Checkpoint-Team und in der Leute-Redaktion. 1992 in Berlin geboren, verbrachte er die ersten zwei Jahre seines Lebens auf Berliner Spielplätzen, zog dann mit seiner Familie nach Bayern. Vor sechs Jahren kehrte er nach Berlin zurück, um an der HU Deutsche Literatur zu studierenEr wohnt am Treptower Park.
Für Anregungen, Kritik, Wünsche oder Tipps Sie können ihn gerne über Twitter kontaktieren oder schreiben Sie wie gewohnt eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de 

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