Intro

von Thomas Loy

Veröffentlicht am 04.06.2018

vielleicht wird ja noch eine Art Städtepartnerschaft draus. Zwischen Rahnsdorf und Masar-i Scharif. Der Tischfußballfunktionär und Rahnsdorfer Engelbert Diegmann fliegt am Dienstag für eine Woche ins Bundeswehr-Camp Marmal in der afghanischen Stadt. Mit an Bord der in Berlin lebende Junioren-Weltmeister Raphael Hampel und der „beste lebende Tischfußballer der Welt“ Tony Spredeman aus den USA. Sie wollen mit den Soldaten in Masar-i Sharif kickern, feiern und über Krieg und Frieden diskutieren. Und den Sinn von Auslandseinsätzen. Die nötigen Kickertische hat Diegmanns Verein „Soviel Freude“ bereits nach Afghanistan geliefert, auch bei den Soldaten in Mali spielen zwei Kickertische aus dem Fundus von Diegmann eine wichtige Rolle fürs Betriebsklima. „Tischfußball ist extrem beliebt bei den Soldaten“, erzählt der Rahnsdorfer. Weil sie ihre Familien nicht vor Ort haben, gibt es viel freie Zeit. Und offenbar sind Soldaten gute Kicker – „ein Tornado-Pilot wäre auch für die  Zweite Bundesliga geeignet“. Eine lohnenswerte Sache, findet Diegmann. Und ein Abenteuer, auch wenn die Besucher aus dem Feldlager nicht herauskommen, wegen der schlechten Sicherheitslage, genau wie die meisten Soldaten.

Im Flugzeug nach Kabul kann es einem passieren, zwischen Dutzenden jungen Männern zu sitzen, die gerade abgeschoben werden. Auch solch ein Erlebnis kann die Sicht auf Flucht und Migration verändern. Diegmann hat seine Gedanken dazu auf Facebook hinterlassen.

Übrigens hilft „So viel Freude“ auch kranken Kindern, bei der jüngsten Spendenaktion des Tagesspiegels haben Leserinnen und Leser für den Verein Geld gesammelt. (tagesspiegel.de) Aus dem geplanten Leistungszentrum für Tischfußball im Strandbad Rahnsdorf ist allerdings nichts geworden. Genug Platz hätte es nur im ehemaligen Discowürfel gegeben, sagt Diegmann, doch der wurde abgerissen.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

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