Intro

von Thomas Loy

Veröffentlicht am 21.01.2019

In Rahnsdorf werden die Laternen geköpft. Der alte DDR-Rundschirm mit seinem orangenen Lichtkegel verschwindet, ein neuer Laternenkopf mit LED-Technik wird draufgesetzt. Das spart dem Land Strom und Wartungsaufwand, ärgert aber die Rahnsdorfer. Und zwar gewaltig. Anwohner haben beim Senat interveniert, der hat das Protestschreiben an die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin weitergeleitet. Inzwischen hat sich auch der Bürgerverein Wilhelmshagen-Rahnsdorf dem Protest angeschlossen. Erreicht wurde immerhin ein Baustopp. Reaktionen aus dem Bezirksamt oder von der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin? Bisher Fehlanzeige.

„Das LED-Licht leuchtet nur die Straßen aus, aber die Gehwege bleiben dunkel“, sagt Hannelore Landsberg vom Bürgerverein. Außerdem sei das Licht „sehr weiß und sehr kalt“, ganz anders als bei den alten Laternen. Auch ästhetisch hält Landsberg die LED-Laternen für keinen Gewinn, im Gegenteil: „Die sehen mickrig aus, technokratisch.“ Völlig unpassend für die Villengegend. Der Bürgerverein habe sich historisierende Laternen gewünscht. Und dann sei die Umstellung noch wie aus heiterem Himmel über die Rahnsdorfer hereingebrochen, im vergangenen Dezember, „eine Geheimaktion“, sagt Landsberg, demokratietheoretisch betrachtet ein Skandal.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de