Intro

von Thomas Loy

Veröffentlicht am 05.08.2019

haben Sie schon mal E-Roller ausprobiert? Viele schimpfen ja über den neuen „Hipsterkram“. Ich kann nur sagen: Es macht höllisch Spaß. Hab’s in den Ferien ausprobiert, in Marseille, man ist ruckzuck angemeldet und kann gleich losrollern. In Marseille sollte man das allerdings unter Mutprobe verbuchen, bei den engen Straßen und einem sehr kreativen Verhältnis der Marseiller zu den Verkehrsregeln. In Berlin ist deutlich mehr Platz auf den Verkehrswegen und in den Parks (Tempelhofer Feld, was für ein Rollerparadies!). Dennoch bleibt auch hier das Unfallrisiko hoch, wenn Scooterfahrer mangels Radwegen die Straßen nutzen. Kollege Hendrik Lehmann fordert deswegen eine eigene Spur auf den Straßen für die „Leichtmobilität“, für Räder, elektrische Skateboards, Monowheels, Hoverboards, E-Lastenräder usw.. Die CDU TreKö agiert lieber auf der restriktiven Seite der Verkehrspolitik.

Mit ihrem Antrag „Roller-Koller verhindern“ fordert die CDU-Fraktion das Bezirksamt auf, gleich von Anfang an gegen Rollerfahrer vorzugehen, die vorschriftswidrig Gehwege benutzen. Dabei ist die Rollerdichte im Bezirk noch äußerst dünn. Mein Anbieter aus Marseille, Lime, hatte am Donnerstag in Adlershof gerade mal einen Roller im Angebot, weiter südlich und östlich beginnt dann die „nicht-erschlossene“ Zone von Berlin, in die man zwar hineinrollen, sein Gefährt aber nicht abstellen darf. Denn das Parken ist auch beim E-Rollern das eigentliche Nadelöhr. Wer keinen von Lime akzeptierten Parkplatz findet, muss seine Fahrt fortsetzen – und weiterzahlen, denn abgerechnet wird nach Minuten. Und Lime weiß immer, wo seine Kunden gerade rollernd herumirren.

Übrigens: Das E-Rollern ist erst ab 14 Jahren erlaubt. Erstklässler müssen weiter zu Fuß in die Schule. Am heutigen Montag hat das Schuljahr begonnen, also geht wieder der klassische Appell an alle Verkehrsteilnehmer: Augen auf! – Text: Thomas Loy
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Diesen Text haben wir als Leseprobe dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Treptow-Köpenick entnommen. Den – kompletten –  TrepKö-Newsletter, den wir Ihnen einmal pro Woche mailen, gibt es ganz unkompliziert und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.
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Zum Autor: Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

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