Kultur

Künstler planen Einzug ins Drehstromkraftwerk

Veröffentlicht am 18.11.2019 von Thomas Loy

Das 1896 erbaute Drehstromkraftwerk in Oberschöneweide, das erste seiner Art in Deutschland, steht seit Langem leer und verfällt. Doch seit ein paar Wochen stehen Gerüste an den Fassaden, am Freitag war ein Vor-Ort-Termin mit dem Denkmalschutz anberaumt. Eine „Künstlerkolonie“ aus der Innenstadt hat ein Auge auf das Gebäude geworden. Die Unternehmensgruppe Wilms, die auf dem Gelände Kabel produziert, würde den Bau, der vor allem Kosten verursacht, nur zu gerne abgeben. Ein Sprecher der Künstler möchte zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts zu dem Projekt sagen. Es gebe noch zu viele offene Fragen zu klären, vor allem zu Denkmalschutz und Brandschutz.

Meilenstein der Elektrifizierung. Die Untere Denkmalschutzbehörde ist seit Jahren an dem Thema dran. Der Unternehmer Hans Wilms zeigte bisher wenig Engagement, sich mit den nötigen Sicherungsarbeiten an dem Backsteinmonument zu beschäftigen, auch Kaufinteressenten soll er regelmäßig abgewiesen haben. Das Projekt der Künstler allerdings, so hört man, soll Wilms ganz sympathisch finden. Das Drehstromkraftwerk, inklusive dem benachbarten Umspannwerk, galt Ende des 19. Jahrhunderts als Meilenstein der Elektrifizierung und machte den Industriestandort Oberschöneweide international bekannt.