Namen & Neues

Fahrradfeindlichster Bezirk? No way...

Veröffentlicht am 15.01.2018 von Thomas Loy

Zum Newsletterthema der vergangenen Woche über die Tweets des Fahrradaktivisten und langjährigen Fahrradbeauftragten des Berliner Senats, Benno Koch, der Treptow-Köpenick regelmäßig zum „fahrradfeindlichsten Bezirk“ erklärt, erreicht uns folgende Stellungnahme des Bezirksamts (leicht gekürzte Fassung):

Herr Koch und auch andere fahrradliebende Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen können sich an vielen Stellen im Bezirk überzeugen, dass uns die Radwege keinesfalls egal sind. Es gibt noch viel zu tun, das wissen wir. Wo die notwendige Finanzierung da ist, fehlt es am Markt an den notwendigen Fachleuten. Und so sind die Fortschritte eher klein, aber es gibt sie. Nach wie vor ist die Personalsituation im planenden und bauenden Bereich des Straßen- und Grünflächenamtes so prekär, dass nur jeweils eine Mitarbeiterin für alle Aufgaben des Bezirkes auf diesem Fachgebiet zur Verfügung steht. Dennoch konnten in diesem Jahr (gemeint ist wahrscheinlich 2017 – die Red.) für rund 1 Millionen Euro Radwegeverbindungen im Bezirk neu geschaffen oder qualitativ verbessert werden. Konstruktiver Kritik steht der Bezirk auch zukünftig offen gegenüber. Diese ist von Herrn Koch allerdings noch nie erfolgt. Unsachliche und abwertende Kritik hilft in der Sache nicht weiter und wird daher von uns keine Resonanz erfahren.

Zum konkreten Anliegen von Herrn Koch ist zu sagen, dass es sich nach Angaben des Stadtplanungsamtes bei den Fotos nicht direkt um den Europaradweg/Radweg um den Müggelsee handelt. Dieser verläuft entlang des Müggelschlößchenweges bis zu dessen Ende, knickt dann nach Süden ab und ist durchgehend asphaltiert. Die Waldwege zwischen Ausgang Spreetunnel und Europaradweg wurden damals (vor ca. 10 Jahren) nicht mit ausgebaut. Sie befinden sich nur teilweise im Eigentum des Landes Berlin. Die Verbesserung der Befahrbarkeit des Bereiches zwischen Abschnitt Müggelschlößchenweg und Spreetunnel ist als Maßnahme Kö.26 im Radwegekonzept Treptow-Köpenick 2010 verankert, mit der Planung konnte allerdings aufgrund anderer laufender Maßnahmen und wegen begrenzter Kapazitäten noch nicht begonnen werden. Wie oben schon erläutert, stehen uns Mittel für Radverkehrsmaßnahmen zwar nun zur Verfügung, aber eben das notwendige Personal nicht, um diese Mittel auch in Radverkehrsmaßnahmen umzusetzen. (Zum 1. Januar 2018 haben nach Auskunft von Stadtrat Rainer Hölmer zwei Radverkehrsplaner ihre Arbeit aufgenommen – die Red.) Die im Jahr 2016 formulierte Vision des Tourismusvereins Treptow-Köpenick, der fahrradfreundlichste Bezirk zu werden, unterstützt das Bezirksamt Treptow-Köpenick dennoch weiterhin. Thomas Loy

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