Namen & Neues

Für Radfahrer bleibt es eng

Veröffentlicht am 03.12.2018 von Thomas Loy

Was Radfahrer im Verkehr erleben, spottet oft jeder Beschreibung. Wer sich aufs Rad traut, hat seine persönlichen Erfahrungen mit Rechtsabbiegern, Radwegparkern und Vorbeimoglern gemacht. Der Tagesspiegel hat 5000 Radfahrer in allen Bezirken nach ihren Erfahrungen befragt. 77 Prozent gaben an, dass sie den Umgang zwischen Rad- und Autofahrern in der Hauptstadt als aggressiv bis sehr aggressiv wahrnehmen. Dies gilt besonders in den ehemaligen Ost-Bezirken, Negativ-Spitzenreiter mit 83,6 Prozent: Treptow-Köpenick. Hier fühlen sich Autofahrer offenbar von Radfahrern schon per se um den knappen Straßenraum betrogen.

Beim Sicherheitsabstand wird das besonders deutlich. Laut Polizei und gängiger Rechtsprechung müssen Autofahrer mindestens 1,5 bis 2 Meter Sicherheitsabstand halten, wenn sie Radfahrer überholen. Die insgesamt 16.700 gemessenen Überholvorgänge (Aktion Radmesser des Tagesspiegels) zeigen jedoch, dass Fahrradfahrer in 9.402 Fällen mit weniger als 1,50 Meter überholt wurden. 3.019 mal geschah dies sogar mit weniger als einem Meter und in 192 Fällen mit weniger als 50 Zentimetern Abstand. Besonders eng für Fahrradfahrer wird es zur Hauptverkehrszeit zwischen 9 und 10 Uhr morgens. Für den Überholabstand machen Merkmale wie Geschlecht, Alter oder das Vorhandensein einer Warnweste laut Datenauswertung keinen Unterschied. Alle Ergebnisse bislang: tagesspiegel.de

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