Namen & Neues

Der Preis fürs Ehrenamt ist hoch

Veröffentlicht am 07.01.2019 von Simone Jacobius

Bei den Freien Trägern im Bezirk herrschen Unruhe, Unverständnis und Ärger. Denn viele haben neue Mietverträge zum Jahresende bekommen. Im Dorfklub „Alte Schule” in Müggelheim sind daraufhin für den Januar alle Veranstaltungen abgesagt worden. Denn der ehrenamtliche Betreiber des Dorfklubs, der Müggelheimer Heimatverein, hat den neuen Vertrag, der am 21. Dezember kam, nicht unterschrieben. Der Grund: Unzumutbarkeit. Die Vorsitzende des Heimatvereins, Dagmar Klehm, traute ihren Augen nicht, als sie den neuen Vertrag las. „Es werden Auflagen und Pflichten erhoben, die weit über das hinausgehen, was man ehrenamtlich leisten kann.“ Dazu zählen neben einer hohen Miete auch Instandhaltung, Instandsetzung wie auch die Beseitigung von Schnee und Eis vor dem Haus, demzufolge auch die Haftung. „Zudem soll der Zugang zum Gebäude von 8 bis 18 Uhr gewährleistet sein. Doch es gibt ja keinen festen Mitarbeiter“, so Klehm.

Die Stelle wurde schon vor Jahren eingespart, damals verwaltete das Bezirksamt den Dorfklub. Der Verein, der mit dem ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder dem Bezirksamt die Verwaltung des Gebäudes abgenommen hatte, sieht sich für sein bürgerliches Engagement bestraft. Mit dem neuen Mietvertrag sollen sämtliche Risiken und Kosten auf den ehrenamtlichen Verein abgewälzt werden.  Der Vertrag wurde übrigens von der Abteilung Bürgerdienste, Personal, Finanzen, Immobilien und Wirtschaft verschickt, die Bürgermeister Oliver Igel (SPD) untersteht.

Oliver Igel hat dem Tagesspiegel gegenüber erklärt, dass alles bei weitem nicht so schlimm sei, wie es dargestellt werde: „Wir haben nicht dagesessen und überlegt, wie wir den Freien Trägern eins auswischen können. Sondern der Landesrechnungshof hat alle unsere Mietverträge geprüft und festgestellt, so wie wir das seit Jahren mit den freien Kulturträgern machen, ist das nicht erlaubt. Wir müssen sie der aktuellen Gesetzeslage anpassen.” Für jeden einzelnen Freien Träger sollen nun in der BVV Beschlüsse gefasst werden, die sie nicht schlechter dastehen lassen als vorher. Es sei schlichtweg ein kommunikatives Problem. Denn die Freien Träger hätten im Vorfeld alle über das Procedere informiert werden sollen – bereits im Herbst. Immer wieder gibt es Probleme aufgrund mangelhafter Kommunikation. „Ich verstehe den Ärger vom Heimatverein, aber solch eine Welle hätte es trotzdem nicht geben müssen“, meint Igel.

Ein Koordinierungstreffen aller Freien Träger findet am 15. Januar statt. Der Fachbereich Kultur hat dazu eingeladen. Da wird dann hoffentlich das kommuniziert, was vor drei Monaten versäumt wurde, so dass die ehrenamtliche Arbeit des Heimatvereins im Dorfklub weitergehen kann. morgenpost.de

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