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Stromnetz Berlin veröffentlicht falschen Netzplan

Veröffentlicht am 08.04.2019 von Thomas Loy

Wer beim Köpenicker Blackout die entscheidenden Fehler gemacht hat, werden wohl die Gerichte ermitteln müssen. Netzbetreiber Stromnetz Berlin weist jede Mitverantwortung von sich, doch ganz so weiß ist die Weste der Vattenfall-Tochter auch nicht. Unter dem Rubrum „Veröffentlichung nach der Kraftwerksnetzanschlussverordnung“ publiziert Stromnetz Berlin einen Netzplan, der eine Ringversorgung des Umspannwerks in Alt-Köpenick suggeriert, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat. Statt ein Kabel über die Dammbrücke oder unter der Spree hindurch zu ziehen, wurden beide Kabel parallel über die Allende-Brücke verlegt und damit ein deutlich höheres Risiko für Stromausfälle eingegangen.

Beide Vorzugsvarianten seien „nicht genehmigungsfähig“ gewesen, erklärte Stromnetz Berlin-Sprecher Olaf Weidner. „Konkret scheiterte die Spreequerung mittels Düker aufgrund der notwendigen Nutzung des Uferbereichs der Spree, welcher sich im Privatbesitz befindet, an einer Zustimmung der Eigentümer. Die weitere Variante einer Führung der Kabel über die Dammbrücke konnte aufgrund technischer Restriktionen, da die Brücke aufgrund bereits bestehender Kabel- und Leitungsführungen keinen ausreichenden Platz für eine weitere Trasse bot, nicht umgesetzt werden.“ Und zum falschen Netzplan erklärt Weidner, es handele sich nur um einen „Netzschemaplan“, zudem aus dem Jahr 2014. Nur warum wird dieser Plan dann immer noch veröffentlicht?

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