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Versprechen darf man nicht brechen: Haus der Natur-Betreiber pocht auf Förderung

Veröffentlicht am 04.11.2019 von Thomas Loy

Versprechen darf man nicht brechen: Haus der Natur-Betreiber pocht auf Förderung. Ein skurriler Berlin-Streit zwischen dem Bezirksamt und der Union Sozialer Einrichtungen gGmbH ist entbrannt. Die USE betreibt seit 2005 das Haus für Natur und Umwelt in der Wuhlheide. Dort werden Kinder mit der Natur vertraut gemacht. Es gibt Ausstellungen zu Umweltthemen, in Terrarien, Aquarien, Volieren, Gehegen, Teichen und auf einer Koppel sind rund 500 Tiere zu besichtigen. Schulklassen und Kitagruppen reisen regelmäßig an, um zu forschen und zu basteln. Die USE macht gute Arbeit, doch die Einnahmen aus dem angeschlossenen Café und Angeboten wie Geburtstagsfeiern decken nicht die Kosten, sagt USE-Geschäftsführer Wolfgang Grasnick. Der ehemalige Bürgermeister Klaus Ulbricht und sein damaliger Stadtrat Schneider hätten nach der Übernahme des Hauses eine jährliche Förderung von 25.000 Euro zugesagt, geflossen sei diese Summe aber nur einmal, das war 2007.

Keine Akten, keine Notizen, nichts. Das Bezirksamt weist diese Version zurück. In Gesprächen sei der USE schon damals mitgeteilt worden, es handele sich um eine einmalige Förderung, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Maik Penn. Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD), in dessen Zuständigkeit der Bereich Umwelt und Natur bis 2016 lag, erklärt dazu: „Es mag sein, dass es eine solche Zusage vom damaligen BzBm Herrn Dr. Ulbricht gab. Oder auch nicht! Es gibt auf jeden Fall in den Akten keine Schriftstücke, Aktennotizen o.ä., die auf eine solche Zusage hindeuten.“ Das habe er Grasnick auch mitgeteilt. Da sich das Haus im „Fachvermögen“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie befindet, gibt es nach Hölmers Ansicht nach keine rechtliche Grundlage für eine regelmäßige Förderung durch den Bezirk. Die Senatsverwaltung selbst hält sich in dieser Frage sehr zurück, verweist ausschließlich auf den Bezirk. –  Text: Thomas Loy 

Foto: Danny Lawson/dpa

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Dieser Text stammt aus dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Hier eine Auswahl meiner weiteren Themen ++ Allende-Brücke wird früher fertig – Jungfernfahrt schon am 22. November? +++ Grundstücksrochaden in Schmöckwitz: Kita und Ortsverein hoffen auf neue Räume +++ Versprechen soll man nicht brechen: Haus der Natur-Betreiber pocht auf Förderung +++ Alles zum Derby: Union gewinnt – der Fußball verliert +++ Alles zum 9. November: Neue Fotos aus der Wendezeit – U-Bahn-Sonderzug von Tagesspiegel und Berliner Zeitung +++ Zwei Lastenräder für Friedrichshagen +++ Ausschreibung für Kunst-Aktion „Leere Sockel“ +++ Späth’sche Baumschulen bauen Eisbahn auf +++ Meinen Tagesspiegel-Newsletter für Treptow-Köpenick gibt es kostenlos und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de

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