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Denkmalamt genehmigt Abriss der Langen Brücke

Veröffentlicht am 13.01.2020 von Thomas Loy

Unter großen Schmerzen verabschieden sich die Denkmalschützer des Bezirksamts von der Langen Brücke, erbaut 1891/92, damals die erste Steinbrücke zwischen Köllnischer Vorstadt und Köpenicker Altstadt. „Grundsätzlich ist aus Sicht der Denkmalschutzbehörden der Abriss der Langen Brücke ein großer Verlust“, heißt es im Bericht der Bauabteilung für den Stadtentwicklungsausschuss. „Der Ersatzbau darf aber nicht höher als die historische Lange Brücke ausfallen und darf auch keine Überzüge wie die Behelfsbrücken aufweisen, zudem wird sie deutlich schmaler als die derzeit vorhandene Behelfskonstruktion ausfallen, so dass die Sichtachsen von und zur Altstadt, zum Schloss und der Schlossinsel sowie dem Kietz wiederhergestellt werden und dadurch in dieser Hinsicht eine deutliche Verbesserung der Gesamtsituation aus Sicht der Denkmalbehörden erreicht wird.“

Grundsanierung vor 25 Jahren. Die historische Brücke war zwischen 1995 und 1998 für rund 8,5 Millionen D-Mark grundsaniert worden. Die Gewölbe unter den drei Bögen erhielten eine neue „Füllung“, die Fassaden wurden mit rotem und gelbem Klinker denkmalgerecht erneuert. Um eine ausreichende Breite von 17 Metern zu erreichen, mussten die steinernen Gewölbe allerdings mit Spannbetonplatten erweitert werden.

Behelfsbrücken ebenfalls marode. Derzeit finden erste Abstimmungsgespräche zwischen Bezirk und Senat zum Neubauvorhaben Lange Brücke statt. Wann das Projekt starten kann, ist noch offen. Erstmal müssen die ebenfalls maroden Behelfsbrücken aus den 90er Jahren ertüchtigt werden, damit der Verkehr umgeleitet werden kann, auch dazu gibt es noch keine exakten Planungen. Wer Richtung Spindlersfeld mit dem Auto unterwegs ist, muss sich bis auf Weiteres auf einer Spur über die Brücke quälen. berliner-woche.de

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