Namen & Neues

Pop-Up-Radweg in Treptow - Kosmetik für die Mobilitätswende

Veröffentlicht am 11.05.2020 von Thomas Loy

Gibt es nun doch einen Pop-Up-Radweg für Treptow-Köpenick? Vergangene Woche betonte Verkehrsstadtrat Rainer Hölmer (SPD) noch die rechtlichen Hürden für temporäre Radfahrstreifen im Bezirk (NL vom 4.Mai). Nun erklärt er auf Anfrage des Linken-Verordneten André Schubert: „Im Ergebnis wird das Straßen- und Grünflächenamt die Einrichtung eines temporären Radfahrstreifens stadtauswärts auf der B 96 im Abschnitt zwischen Fenn- und Rudower Chaussee beantragen. Die Ausführung soll im Juni 2020 erfolgen.“

Google Maps hat auf meinen Wunsch nachgemessen: Es handelt sich genau um 2,6 Kilometer Fahrstrecke. Angesichts von vielen hundert Straßenkilometern im Bezirk sind das Peanuts, ein kosmetischer Eingriff. Dennoch jubelt Schubert: „Ich freue mich, dass das lange Hin und Her zwischen Bezirk und Senatsverwaltung nun offenbar vorbei ist und jetzt zügig mehr für die Radinfrastruktur auch in Treptow-Köpenick getan wird.“

Fahrspur wird zum Radfahrstreifen. Im weiteren Verlauf der B96a bis zur Köpenicker Straße (950 Meter) soll es irgendwann einen regulären Radfahrstreifen geben, wenn die Senatsverwaltung ihre Prüfungen abgeschlossen hat. „Für den Radfahrstreifen wird die rechte Fahrspur in Anspruch genommen“, erklärt Hölmer. Warum nimmt man nicht hier schon mal einen Pop-Up-Radweg vorweg, wie es in Kreuzberg gemacht wird? Und warum wird nicht auf der gesamten Länge der B96a vom Treptower Park bis nach Grünau ein Fahrstreifen für Radfahrer reserviert? Die vorhandenen Radwege sind Stückwerk, außerdem in einem miserablen, teils unerträglichen Zustand. Auf einer Rad-Rückfahrt aus der Innenstadt nach Johannisthal habe ich sie mal ausprobiert und bin irgendwann entnervt auf die Fahrbahn gewechselt.