Namen & Neues

Radweg oder Autospur? Debatte um Zukunft der B96a

Veröffentlicht am 18.05.2020 von Thomas Loy

„Für mehr Freude am Autofahren“, ist der AfD-Antrag überschrieben. Darin fordern die Rechts-Alternativen, die Diskussion um Radspuren auf der B96a ein für allemal zu beenden und loben Robert Schaddach als „einzig wahren Sozialdemokraten“ (Andreé Bügel) im Bezirk. Schaddach hatte sich 2013 zusammen mit ADAC und IHK gegen die Planungen zum Rückbau von sechs auf vier Fahrspuren auf dem Adlergestell gewandt. Auf einer Bürgerversammlung gab es zuvor lautstarken Protest gegen den Rückbau. Natürlich wollten viele autofahrende Bürger nicht noch öfter auf der B96a im Stau stehen als eh schon.

Der AfD-Antrag wurde abgewiesen. Grüne, Linke und SPD setzten sich dagegen mit zwei Anträgen zur Einrichtung temporärer Radspuren im Bezirk allgemein und einer „protected bike lane“ speziell auf der B96a durch. SPD-Stadtrat Rainer Hölmer hatte bereits angekündigt, zwischen Fennstraße und Rudower Chaussee stadtauswärts eine Radspur einzurichten, also eine Autospur umzuwidmen.

Sicher durch die Coronakrise – mit Rad oder Auto? Die Fahrradlobby (Changing Cities und Netzwerk fahrradfreundliches Treptow-Köpenick) hatte am Mittwoch am S-Bahnhof Schöneweide gegen die schlechte Infrastruktur für Radfahrer im Bezirk protestiert. Die Menschen müssten „ansteckungsfrei“ in die Innenstadt fahren können, natürlich mit dem Rad, erklärte Changing Cities. CDU-Verordneter Martin Hinz sagte dagegen in der BVV, das „sicherste Fortbewegungsmittel in der Coronakrise“ sei das Auto. Überhaupt – so argumentiert auch die AfD – fahre ja kaum jemand Fahrrad an der B96a, weil es dort zu laut sei und zu viele Abgase gebe. Zudem könnte das „protected“, also das Aufstellen fester Poller zum Schutz der Radfahrer, dazu führen, dass Rettungswagen im Stau stecken bleiben. – Text: Thomas Loy

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