Namen & Neues

„Science Park" in den Rathenauhallen

Veröffentlicht am 15.06.2020 von Thomas Loy

Die Rathenau-Hallen in Oberschöneweide haben seit Frühjahr 2019 einen neuen Besitzer, auch dort hofft das Bezirksamt, dass die Zeit der Grundstücksspekulationen vorbei ist. Viel mehr Geld ist aus den Immobilien wohl nicht mehr herauszuholen. Das Bebauungsplanverfahren soll auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan umgestellt werden, teilt Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) auf Anfrage der Linken-Verordneten Petra Reichardt mit. Das Areal misst rund sieben Hektar.

Das ist wohl auch ein Signal an die „neue Eigentümerin“ – die BaseCamp Limited aus London, die in vielen Uni-Städten Studentenapartments baut und vermietet. „Die Eigentümerin plant auf dem Gelände der Rathenauhallen eine nutzungsdurchmischte Campusanlage, auf der gewerbliche Nutzungen wie auch studentisches Wohnen entwickelt werden soll. (…)  Die Rathenauhallen sollen unter anderem als Raum für „co-working places“ oder einen „science park“ genutzt werden.“  Klingt toll, so ein „Science Park“, aber was soll das sein? Die alten Eigentümer, die irische Toruro, waren mit ihren Plänen, Wohnungen an der Spree zu bauen, auf heftigen Widerstand bei Gewerbetreibenden und im Bezirksamt gestoßen. Am Ende verkauften sie.

Künstler ziehen ein, obwohl es durchs Dach regnet. In einen Teil der Hallen ziehen gerade die Künstler der Treptow-Ateliers aus Baumschulenweg ein. Die müssen zum 30. Juni aus ihrem angestammten Gebäude in der Mörikestraße ausziehen, wie die Sprecherin der Künstler, Lydia Paasche, bestätigt. Der Eigentümer will die Treptow-Ateliers abreißen und durch einen Neubau ersetzen. In den Rathenau-Hallen könnten sie bis Ende September 2021 bleiben, danach gehe die Odyssee wohl weiter. Erschwerend komme hinzu, dass es durchs Dach regne. Die 35 Künstler haben ein Auge auf das ehemalige Oberstufenzentrum in der Wilhelminenhofstraße geworfen, das dem Land gehört. Es gebe auch schon ein Konzept für eine Übernahme des Gebäudes plus Sanierung, aber noch kein Signal aus der Kulturverwaltung.